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Demonstrieren Einigkeit: Die britische Premierministerin Theresa May und die polnische Regierungschefin Beata Szydlo.

KEYSTONE/AP/DAREK REDOS

(sda-ats)

Polen und Grossbritannien wollen trotz des Brexit-Votums ihre Zusammenarbeit vertiefen. "Der Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union sollte unsere Beziehungen nicht schwächen sondern stärken", sagte Premierministerin Theresa May am Donnerstag.

"Grossbritannien ist unser strategischer Partner", sagte Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo in Warschau. Dies werde auch in Zukunft so bleiben.

Die Regierungschefinnen betonten beim Antrittsbesuch von May die engen wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. "Letztes Jahr war Polen Grossbritanniens zweitgrösster Handelspartner", sagte May.

Die mehr als 850'000 in England lebenden Polen seien weiterhin willkommen, sagte die britische Premierministerin. "Wir schätzen ihren Beitrag zur Entwicklung unseres Landes und verurteilen Angriffe gegen polnische Gemeinschaften nach dem Referendum."

In Bezug auf ihre Rechte nach dem Brexit betonte May das Prinzip der Gegenseitigkeit. Die Einwanderer dürften bleiben, wenn die Rechte von im EU-Ausland lebenden Briten gewahrt würden.

Dies hatte sie zuvor schon in Bratislava gesagt, wo sie mit dem slowakischen Regierungschef Robert Fico über den Brexit sprach. Die Slowakei hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

"Zeit nutzen"

Fico rief dazu auf, die Zeit bis zur Aktivierung der Austrittsklausel des Artikels 50 der EU-Verträge zu nutzen: Die verbleibenden 27 EU-Länder müssten in dieser Zeit eine Antwort darauf finden, welche Vision sie ihren Bürgern bieten könnten.

Andernfalls drohe eine weitere "Fragmentierung und Destabilisierung" der politischen Systeme Europas. Auch Grossbritannien soll einen Plan entwickeln, welche Art von Beziehung es mit den EU-Ländern haben will.

May betonte, dass Grossbritannien ein "starker Partner" in der NATO bleiben werde. "Wir werden auch weiterhin für unsere östlichen Verbündeten einstehen", betonte die Konservative. Die Slowakei grenzt unmittelbar an das Konfliktland Ukraine.

Ende Juni hatten die Briten mit 52 Prozent Ja-Stimmen für einen Austritt aus der EU gestimmt.

sda-ats

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