Alle News in Kürze

Drückt man diesen Knopf, erhält man die letzten 30 Sekunden des Konzerts des Montreux Jazz Festivals zur Verfügung gestellt, wie Festival-Direktor Mathieu Jaton (links) und Jacques-Edouard Guillemot am Mittwoch den Medien vorstellten.

KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

(sda-ats)

Viele Besucher des Montreux Jazz Festivals filmen Konzertausschnitte mit ihren Smartphones. Eine App des Technologie-Unternehmens Kudelski soll dieser Filmerei ein Ende setzen.

Die App besteht aus einem einzigen Knopf. Wird dieser ausgelöst, werden einem die letzten 30 Sekunden der offiziellen Video-Aufnahmen des Montreux Jazz Festivals in einem Link zur Verfügung gestellt. Man kann diese danach auf soziale Netzwerke wie Facebook stellen oder via SMS oder E-Mail an Freunde versenden.

Insgesamt bleiben sie sieben Tage verfügbar. Am Montreux Jazz Festival sollen Besucher also - wenn überhaupt - das Smartphone nur normal in den Händen halten und nicht mehr in die Luft strecken müssen.

Für Festival-Direktor Mathieu Jaton gibt es bei dieser App namens "Cuts" nur Gewinner. Die Performance der Künstler werde mehr respektiert. In der letzten Zeit hätten sich Musiker wie Adele oder Jack White kritisch gegenüber Smartphone-Videos während Konzerten gezeigt.

Zum anderen erhielten die Zuschauer Videos in sehr guter Qualität, was sowohl den Musikern wie auch dem Festival entgegenkomme, sagte Jaton am Mittwoch vor den Medien am Hauptsitz von Kudelski in Cheseaux-sur-Lausanne. Zudem lernten sie ihr Publikum besser kennen und wüssten, bei welchen Songs am meisten Videos abgeholt würden.

Positive Signale der Musiker

Die Zuschauer schliesslich könnten das Konzert entspannter geniessen und auf einfache Weise gute Videos teilen. Wegen der Bildrechte musste das Montreux Jazz Festival, das seit 50 Jahren alle Konzerte filmt, sämtliche Künstler und Musiklabels zunächst anfragen.

Bislang seien die Signale sehr positiv, sagte Jaton. Zu Beginn des Festivals werde eine Liste aller Konzerte veröffentlicht, bei denen die Video-App erhältlich sein wird. Die Entwicklung der App kostete das Festival nichts, dank einer strategischen Partnerschaft mit Kudelski.

Für das Technologieunternehmen bietet die App viel Potential zur Vermarktung. Sie stammt aus einer Abwandlung einer Lösung, die das Technologie-Unternehmen für das spanische Fernsehen anbietet, wie Jacques-Edouard Guillemot, Projekt-Verantwortlicher bei Kudelski, sagte.

Fussball oder Konferenzen

Das Unternehmen stellt die eigenen Server-Kapazitäten für das Streaming der Videos zur Verfügung. Die Anwendungen seien vielfältig: Ob bei der Fussball-EM oder bei Konferenzen - bei allen Veranstaltungen, bei denen es einen Echtzeit-Videostream gibt, könnte die App genutzt werden.

Über die Anzahl an Interessenten machte Guillemot keine Angaben. Zuerst warte man den Test am Montreux Jazz Festival ab. Dort werde man auch eingreifen, falls Nutzer die Funktion übermässig nutzen und ein halbes Konzert aufzeichnen würden, sagte Guillemot.

Nach dem Montreux Jazz Festival werden auch die Parameter überprüft wie die Dauer von 30 Sekunden oder die sieben Tage, in denen das Video zur Verfügung steht, wie Festival-Direktor Jaton festhielt.

sda-ats

 Alle News in Kürze