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Der Anwalt des mutmasslichen Schleppers, Michele Calantropo, sagt, dieser sei gar nicht der gesuchte Mann.

KEYSTONE/AP/FABIO FRUSTACI

(sda-ats)

Im Fall des an Italien überstellten mutmasslichen Schleppers ist unklar, ob die sudanesischen Behörden den richtigen Mann gefasst haben. Er sitzt mittlerweile in Italien in Haft.

Bei einem Verhör am Freitag wies der Verdächtige die Vorwürfe zurück, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Mann habe erklärt, er sei nicht der gesuchte Mered Yehdego Medhane, einer der berüchtigtsten Menschenschmuggler Afrikas, sondern heisse Medesime Tesfamariam Berhe. Der italienische Anwalt Michele Calantropo forderte die sofortige Freilassung seines Mandanten.

Der Festgenommene gab beim Verhör zu, dass das während der Ermittlungen abgehörte Telefon in seinem Besitz sei. Jedoch betonte er, dass es sich bei den Gesprächen, in denen es um Fahrten über das Mittelmeer nach Sizilien gegangen sei, um Telefonate mit seiner Familie über die eigenen Fluchtpläne gehandelt habe.

Der britische Sender BBC hatte bereits am Donnerstag unter Berufung auf Freunde des Inhaftierten berichtet, es handle sich um eine Verwechslung.

Gegen Mered Yehdego Medhane lag seit einem Jahr ein internationaler Haftbefehl vor. Er soll seit 2012 vor allem den Menschenschmuggel zwischen zentralafrikanischen Ländern und Libyen, aber auch die gefährlichen Fahrten zwischen Nordafrika und Sizilien organisiert haben - darunter auch die Überfahrt eines Bootes, das 2013 vor der Insel Lampedusa gesunken war. Dabei starben mehr als 350 Menschen.

sda-ats

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