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Die neue ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Showdown für Russland" bringt die Sportmacht weiter in Bedrängnis. Direkt belastet wird der russische Sportminister Witali Mutko.

In dem Film, der am späten Mittwochabend bei ARD auf dem Programm stand, werden Belege gezeigt, die darauf hinweisen, dass Mutko offensichtlich an der Vertuschung des Dopingvergehens eines Fussballers des russischen Erstligisten Krasnodar beteiligt war.

Die Anschuldigung gegen Mutko basiert auf einem vertraulichen E-Mail-Verkehr zwischen Sportministerium und Doping-Kontrolllabor. Er wurde dem Rechercheteam von einer auf der Gehaltsliste des Ministeriums stehenden Person zugespielt.

"Der Entscheid soll mit WL abgestimmt werden", schrieb darin ein Mitarbeiter des Ministeriums an das Labor. "WL" sollen die Initialen für Mutko sein, der die Vornamen Witali und Leontijewitsch hat. Die positive Probe wurde laut ARD nie veröffentlicht, der Fussballprofi nicht gesperrt.

Mutko gehört dem Council der FIFA an und ist Vorsitzender des Organisationskomitees der WM 2018 in Russland. Die Anschuldigungen gegen ihn dürften auch einen Schatten auf den ersten EM-Auftritt Russlands am Samstag in Marseille gegen England werfen. Für Mutko ist das kein Grund, nicht nach Frankreich zu fliegen. "Natürlich reise ich zur EM", sagte Mutko, der auch Präsident des russischen Fussballverbandes ist.

Der Kreml hat die in der ARD-Dokumentation geäusserten Vorwürfe gegen Mutko zurückgewiesen. Die Führung in Moskau kämpfe gegen die Einnahme verbotener Mittel und nehme Verleumdungen nicht einfach hin, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow. "Das bedeutet nicht, dass wir irgendwelche unbegründeten Behauptungen und unbewiesenen Anschuldigungen hinnehmen", erklärte Peskow der Agentur Interfax.

sda-ats

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