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Werben für den EU-Austritt: Fischkutter passieren auf der Themse in London die Houses of Parliament.

KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

(sda-ats)

Eine Flottille britischer Fischkutter hat auf der Themse für den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union demonstriert. An der Aktion beteiligte sich auch der Chef der rechtspopulistischen United Kingdom Independence Party (Ukip), Nigel Farage.

"Die EU-Mitgliedschaft hat unsere Industrie zerstört", erklärte Farage, bevor er an Bord ging. Das Deck seines Schiffes war mit britischen Flaggen und Liegestühlen in den Farben des Union Jack bestückt. Bei der Flottille handle es sich nicht um eine Party, "sondern einen Protest mit Vollgas", sagte Farage. "Wir wollen unsere Gewässer zurück."

Rund 20 Schiffe passierten mit tutenden Nebelhörnern die Tower Bridge und das Parlament, geschmückt mit der britischen Flagge und Bannern, auf denen der so genannte Brexit gefordert wurde. "Leave, Save our Country" (Tritt aus, rette unser Land) oder "The Only Way is Brexit" (Der Brexit ist der einzige Weg) war darauf zu lesen.

Organisiert wurde die Aktion von der Kampagne "Fishing for Leave" (in etwa: Fischen für den EU-Austritt).

Ebenfalls auf der Themse unterwegs waren kleinere Boote, deren Besatzungen mit dem Banner "In" für einen Verbleib in der Europäischen Union warben. Andere EU-Befürworter buhten vom Ufer aus die Flottille aus. Der Musiker und Aktivist Bob Geldof beschallte die Themse von Bord eines Schiffes mit dem Lied "In With The In Crowd".

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf Farage "zynischen Opportunismus" vor. Für die Probleme der Fischereiindustrie seien die von der britischen Regierung erdachten Fangquoten verantwortlich, nicht die EU. Ein Austritt aus der EU bedeute, dass die Industrie jahrelang über neue Fischereiabkommen verhandeln müsse, ohne dass hinterher bessere Vereinbarungen für Fischer oder ein besserer Meeresschutz garantiert seien, erklärte Greenpeace.

Das EU-Referendum findet am Donnerstag kommender Woche statt.

sda-ats

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