Alle News in Kürze

Der finnische Telekom-Ausrüster Nokia baut nach der Übernahme des Konkurrenten Alcatel-Lucent Tausende Arbeitsplätze ab. Inwiefern auch die Niederlassungen in der Schweiz betroffen sind, ist noch unklar.

In Finnland sollen bis 2018 1300 Stellen wegfallen, in Deutschland sind es 1400 Jobs, wie Nokia am Mittwoch mitteilte. Dadurch sollen die jährlichen Betriebskosten - wie schon zur Übernahme angekündigt - bis Ende 2018 um 900 Millionen Euro gedrückt werden.

Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg sollen insgesamt 10'000 bis 15'000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Nokia kam Ende 2015 zusammen mit den Neuzugängen von Alcatel-Lucent auf rund 106'000 Mitarbeiter weltweit.

Über den Stellenabbau solle in fast 30 Ländern verhandelt werden, erklärte Nokia. Details solle es mit der Vorlage der nächsten Quartalszahlen am 10. Mai geben. Die Streichungen würden vor allem die Bereiche treffen, in denen es Überschneidungen zwischen Nokia und Alcatel-Lucent gebe.

Auch die Schweiz betroffen

Bei Nokia Schweiz konnte die Nachrichtenagentur sda keine Informationen zum Stellenabbau einholen. Eine Sprecherin verwies auf die Zentrale im finnischen Espoo. Dort hiess es lediglich, dass die Schweiz, ob direkt oder indirekt, vom Sparprogramm betroffen sein werde. In den nächsten Wochen würden in den einzelnen Ländern Konsultationsverfahren mit den Arbeitnehmervertretungen durchgeführt.

In der Schweiz zählt Nokia nach Angaben auf der Firmenseite die Telekomanbieter Salt, Sunrise und UPC Cablecom sowie die SBB zu seinen Kunden. Die Firma unterhält Niederlassungen in Zürich und Lausanne. Wie viele Mitarbeitende Nokia derzeit in der Schweiz beschäftigt ist auf der Seite nicht aufgeführt. Vor der Alcatel-Übernahme waren es rund 200 Nokia-Angestellte und 150 Mitarbeitende bei Alcatel-Lucent.

Nokia schloss die Übernahme des französisch-amerikanischen Konzerns Alcatel-Lucent für mehr als 15 Milliarden Euro Anfang des Jahres ab. Damit wollen die Finnen besser im Kampf gegen die Branchen-Giganten Ericsson aus Schweden und Huawei aus China bestehen. In der hart umkämpften Netzwerk-Branche sorgen geringes Wachstum und harter Preiskampf für Druck. Sein kriselndes Handy-Geschäft hatte Nokia 2014 an Microsoft verkauft.

sda-ats

 Alle News in Kürze