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Gerichtssaal des Landgerichts Düsseldorf: Hier wird ab heute dem Mann der Prozess gemacht, der einen Schweizer Buben während mehreren Tagen missbraucht haben soll.

KEYSTONE/AP dapd/TIMUR EMEK

(sda-ats)

Vor einem Gericht in Düsseldorf beginnt am (heutigen) Freitagvormittag der Prozess gegen den Mann, der zugegeben hat, im Juni den Solothurner Buben Paul mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Der 12-Jährige war während acht Tagen in der Gewalt des Mannes.

Der Angeklagte, ein gelernter Koch, muss sich ab 9.30 Uhr vor dem Düsseldorfer Landgericht wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verantworten. Für den Fall sind drei Verhandlungstage angesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen neben Kindesmissbrauch auch den Besitz von Kinderpornografie vor.

Der Fall ist ein Lehrbuchbeispiel für "Cyber Grooming". So nennen Experten die Umtriebe von Pädo-Kriminellen im Internet, um sich an Kinder heranzupirschen und ihr Vertrauen zu erschleichen. Gemeint sind die verbalen Streicheleinheiten in sozialen Netzwerken, hinter denen dunkle Absichten stecken.

Der Mann trat mit Paul über das Onlinespiel Minecraft in Kontakt. Als Administrator gewährte er dem Kind Vergünstigungen beim Onlinespiel und gewann so schon bald dessen Vertrauen, wie die Ermittler in der Anklageschrift berichten.

Schliesslich soll er ihn im Juni in Härkingen SO getroffen und überredet haben, mit ihm nach Deutschland zu kommen. Zur Begrüssung soll der Angeklagte dem erstaunten Kind einen Zungenkuss gegeben haben.

In Düsseldorf soll der Knabe bis zu acht Tage in der Gewalt des gelernten Kochs gewesen sein. Die Anklage listet in diesem Zeitraum 15 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes auf.

Die Polizei in der Schweiz hatte bei der Suche nach dem verschwundenen Kind das deutsche Bundeskriminalamt um Hilfe gebeten. Ende Juni befreite eine Spezialeinheit den Knaben aus der Wohnung des Mannes in Düsseldorf. In der Untersuchungshaft legte der Düsseldorfer ein Geständnis ab.

sda-ats

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