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Rekordaufmarsch am Fritschi-Umzug in Luzern. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

(sda-ats)

Tausende haben am Donnerstag bei frühlingshaftem Wetter den Start der "rüüdigen Tage" in Luzern gefeiert. Der Fritschi-Umzug am Nachmittag fand vor Rekordkulisse statt: 36'000 Personen säumten die Route.

Sonnig und gegen 17 Grad warm war es, als sich kurz nach 14 Uhr der grosse Fritschi-Umzug in Luzern in Bewegung setzte. Dicht gedrängt säumten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer entlang der Umzugs-Route über die Seebrücke in die Neustadt. Die Luzerner Polizei schätzt, dass es 36'000 Personen waren - 14'000 mehr als im Vorjahr. Eine Rekordkulisse, schreibt sie in einer Medienmitteilung.

So ungewohnt frühlingshaft die Temperaturen waren, so gewohnt farbenfroh und abwechslungsreich zeigte sich der Umzug. Unter anderem auch, weil sich unter die 39 offiziellen Nummern wieder zahlreiche sogenannte "wilde Nummern" schmuggelten. Beispielsweise Roger Federer oder der Papst.

Weiter übernahm die Maskenliebhaber-Gesellschaft der Stadt Luzern (MLG) die Abschieds-Tournee der Comedy-Sendung "Giaccobo/Müller" und brachten mit den Kult-Kunstfiguren Harry, Hasler, Debbie Mötteli und Fredi Hinz die Zuschauer zum Schmunzeln.

16'000 Frühaufsteher

Die richtigen Fasnächtler aber, die waren schon Stunden vor dem Umzug auf den Beinen und liessen sich die Tagwache mit dem Urnkall um fünf Uhr in der Früh nicht nehmen.

Und diese Guggen, Gäuggel und Gnomen hatten denn auch Glück: Für einmal mussten sie sich nämlich nicht ausschliesslich mit Tanzen zu kakophonischen Klängen oder Trinken von Kafi-Schnaps warmhalten. Auch ohne grossen Anstrengungen dürften sich beim einen oder anderen Fasnächtler Schweissperlen unter der Maske gebildet haben.

Für den Mediensprecher des Lozärner Fasnachtskomitees, Bruno Spörri, lief die Tagwache "toll": Schön mildes Wetter, eine friedliche Stimmung und der weitaus grösste Teil der Fasnächtler sei verkleidet gewesen. Es gab Hasen, Politessen, Pumukel und Piraten. Den umstritten US-Präsidenten Donald Trump aber nahmen sich nur wenige zum Sujet.

Bereits in der morgendlichen Dunkelheit war auf den Plätzen und Gassen der Luzerner Altstadt kein Durchkommen mehr. Nach Angaben der Polizei strömten dieses Jahr geschätzte 16'000 Fasnächtler zur Tagwache. Das sind rund 2000 Besucher mehr als im Vorjahr.

Nachdem Bruder Fritschi, die Luzerner Fasnachtsfigur, vom See her mit seinem Gefolge nach Luzern gekommen war, ging der Fötzeliregen aus Telefonbuch-Schnipsel über dem Kapellplatz nieder und die Orangenschlacht begann. Danach breitete sich das ausgelassene Treiben über die ganze Altstadt aus.

Auch aus polizeilicher Sicht verlief der erste der sogenannten schönsten Tage des Jahres "grösstenteils sehr friedlich", wie die Luzerner Polizei in einer Medienmitteilung schreibt. Die Polizei konnte drei vermisste Knaben auffinden und ihren Eltern wohlbehalten übergeben.

In Luzern dreht sich insgesamt während vier Tagen - Schmutziger Donnerstag, Rüüdiger Samstag, Güdismontag und Güdisdienstag - alles um die Fasnacht. Höhepunkte nach der Tagwache und dem Fritschi-Umzug am Schmutzigen Donnerstag wird der Umzug am Montag sowie der Monstercorso zum Abschluss am Dienstagabend sein.

Fasnacht auch ausserhalb Luzern

Auch in der Stadt Solothurn, die während der Fasnacht in Honolulu umgetauft wird, haben mit der traditionellen Chesslete in den frühen Morgenstunden die ausgelassenen Tage begonnen. Tausende in weisse Nachthemden gekleidete Narren rissen die Stadt mit viel Lärm aus dem Schlaf.

Um Punkt 5 Uhr gab der Oberchessler auf dem Friedhofplatz den still und leise angereisten Fasnächtlern das Startzeichen. Auf Kommando nahmen sie ihre Glocken, Rätschen, Hörner und andere Lärminstrumente in Betrieb und zogen durch die Solothurner Altstadt und Vorstadt. Nach dem Umzug durch die Gassen nahmen die Fasnächtler eine Mehlsuppe zu sich.

Weiter wurde am Donnerstag auch in anderen Zentralschweizer Kantonen, im Aargau, in St. Gallen, Teilen des Tessins sowie im Wallis der Start in die fünfte Jahreszeit ausgiebig gefeiert. Bis am Aschermittwoch ist es in den Stammlanden der Fasnacht mit der winterlichen Ruhe vorbei. "Rüüdig verreckt", wie die Luzerner zu sagen pflegen.

SDA-ATS