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Die National League braucht nach fünf Jahren einen neuen Direktor. Ueli Schwarz stellt sein Amt mit dem Ende der Saison 2015/16 zur Verfügung.

"Ein Ligadirektor braucht Rückhalt, Vertrauen und eine offene Kommunikation mit allen Klubs, um mit Freude für die Eishockey-Nationalliga zu wirken", liess sich der 56-jährige Schwarz in der Medienmitteilung von Swiss Ice Hockey (SIHF) zitieren. Mit gewissen Entwicklungen der Umgangsformen im Klubwesen könne er sich seit einiger Zeit jedoch nicht mehr identifizieren.

Das Fass für Schwarz zum Überlaufen brachte offensichtlich der "Fall Scherwey". Unmittelbar vor dem Playoff-Final wurde in einer TV-Sendung der Vorwurf laut, Schwarz habe sich bei der Urteilsführung der (später vom Verbandssportgericht aufgehobenen) Spielsperre gegen Berns Stürmer Tristan Scherwey aktiv eingemischt. Der SCB mit dessen CEO Marc Lüthi beantragte danach ein Verfahren, um einer allfälligen Missachtung der Gewaltentrennung zwischen operativer Ligaführung und der Verbandsjustiz (Einzelrichter) generell auf den Grund zu gehen.

Der Ausgang des Verfahrens, in dem Schwarz im Zentrum steht, ist noch offen. "Unabhängig vom Ergebnis der Untersuchung ist meine Handlungsfähigkeit eingeschränkt und einer künftigen, geordneten Führungsarbeit die Basis entzogen", so Ueli Schwarz weiter. "Ich möchte nicht, dass die Swiss Ice Hockey Federation deswegen belastet wird."

Schwarz war 2011 als Nachfolger von Werner Augsburger zum Direktor der National League und damit in die Geschäftsleitung der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) gewählt worden. Seither führte er die Liga und war zwischenzeitlich auch für die Nationalteams verantwortlich. Vor gut einem Jahr gab er die Verantwortung für die Nationalteams wieder ab (an Raeto Raffainer). Davor war Schwarz in verschiedenen Funktionen mit dem Eishockey verbunden, unter anderem als Trainer von Bern, Manager von Basel und Mitglied des WM-Organisationskomitees 2009.

Die Modalitäten des Rücktritts werden gemäss SIHF-Communiqué in den kommenden Wochen geregelt. Es sei vorgesehen, die Stelle des Ligadirektors auszuschreiben. Die SIHF nehme den Entscheid mit Bedauern entgegen. Mit Ueli Schwarz verlässt ein weiterer Verbandsfunktionär der "alten Garde" mit sehr viel Fachwissen den Verband. In den letzten Monaten haben überdurchschnittlich viele und teilweise langjährige Mitarbeiter die Organisation verlassen.

sda-ats

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