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Rumänische Regierung warnt nach Unruhen vor Gefahr für Wirtschaft

Nach schweren Ausschreitungen in Bukarest hat der rumänische Ministerpräsident Emil Boc vor einer Gefährdung der wirtschaftlichen Stabilität des Landes gewarnt. Die zunächst friedlichen Proteste gegen den Sparkurs der Regierung waren am Wochenende eskaliert.

Bei Strassenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei wurden am Sonntag 59 Menschen verletzt. Diese Gewalt könne nicht toleriert werden, sagte Boc.

Zugleich kündigte der Ministerpräsident aber eine Überarbeitung einer umstrittenen Gesundheitsreform an. "Wir verstehen die schwere Lage, der viele Rumänen gegenüberstehen", sagte Boc. Die Sparmassnahmen seien dennoch notwendig, um eine Sicherung des Staatshaushalts zu gewährleisten.

Aus Ärger über Lohneinschnitte, gekürzte Zulagen, höhere Steuern, Vetternwirtschaft und Korruption waren hunderte Rumänen seit Donnerstag vier Tage in Folge auf die Strasse gegangen. In Bukarest schlugen die Proteste in Gewalt um.

Spur der Verwüstung

Die schwersten Ausschreitungen in Rumänien seit 20 Jahren hinterliessen in der Hauptstadt eine Spur der Verwüstung. Nach Angaben des Bürgermeisters Sorin Oprescu gingen in der Altstadt zahllose Schaufenster zu Bruch. Mehrere Bankfilialen und Bushaltestellen seien attackiert, viele Strassen aufgerissen worden.

Die zunächst friedliche Kundgebung war am Sonntagabend eskaliert, nachdem sich mit Einbruch der Dunkelheit gewalttätige Fussballfans den Demonstranten angeschlossen hatten. Die Krawallmacher bewarfen Polizisten mit Steinen, brennenden Fackeln und Molotow-Cocktails. Die Polizei reagierte mit Tränengas.

Wie ein Sprecher der Rettungskräfte mitteilte, mussten 23 Verletzte vorübergehend in Spitäler gebracht werden. Drei von ihnen seien dort noch immer in Behandlung, hiess es. 29 Randalierer wurden abgeführt.

Sparkurs soll Einführung des Euros ermöglichen

Zuletzt hatte es in Rumänien derart schwere Ausschreitungen zu Beginn der 90er-Jahre bei Bergarbeiterprotesten in Bukarest gegeben. Die Mitte-Rechts-Regierung von Boc hat dem Land einen strikten Sparkurs verordnet. Hintergrund ist das Ziel, 2015 in Rumänien den Euro einzuführen.

Die jüngsten Proteste begannen am Donnerstag, ursprünglich aus Solidarität mit einem renommierten Vertreter des Gesundheitswesens, der aus Protest gegen die Gesundheitsreform der Regierung kündigte. Mit Ausweitung der Demonstrationen wurden zunehmend auch Neuwahlen und eine Ablösung von Staatspräsident Traian Basescu gefordert.

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