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Der SC Bern ist zum 14. Mal Schweizer Eishockey-Meister. Das Team von Lars Leuenberger gewinnt in Lugano 3:2 und entscheidet die Best-of-7-Serie 4:1 für sich.

Das Game-Winning-Goal für die Berner in der ausverkauften Resega erzielte in der 52. Minute Derek Roy, nachdem er Luganos Verteidiger Stefan Ulmer den Puck abgeluchst hatte. Die Gäste befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl! Kurz zuvor hatten die Bianconeri während 50 Sekunden gar mit zwei Mann mehr spielen dürfen. Danach traf Ulmer nur den Pfosten. Es war der dritte Pfostenschuss der Tessiner in dieser Partie nach jenen von Alessandro Chiesa (27.) und Julian Walker (33.).

Zu Beginn des zweiten Drittels hatten die Gäste ein 0:1 in ein 2:1 gewendet. 35 Sekunden nach der ersten Pause glich Andrew Ebbett mit einem satten Schuss zum 1:1 aus. Der Kanadier erzielte seinen fünften Treffer in diesen Playoffs und den achten Skorerpunkt im Final. 148 Sekunden später schoss PostFinance-Topskorer Cory Conacher mit einem Backhandschuss das 2:1.

Lugano war in der sechsten Minute durch Verteidiger Julien Vauclair in Führung gegangen. Überhaupt machten die Bianconeri mehr fürs Spiel. Der verdiente Lohn war der 2:2-Ausgleich durch Eigengewächs Luca Fazzini (45.). Am Ende blieb aber erneut die Enttäuschung, verspielten die Luganesi in der vierten Partie in Serie einen Vorsprung.

Der SCB sorgte mit dem Titelgewinn für eine Premiere, war doch noch nie zuvor der Qualifikations-Achte Meister geworden. Die Berner, die nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem neuntklassierten Lausanne die Playoffs erreicht hatten, steigerten sich in der entscheidenden Meisterschaftsphase eminent und stemmten verdient die Trophäe in die Höhe. Sie verloren in den Playoffs gegen Qualifikationssieger ZSC Lions, den als Titelverteidiger angetretenen HC Davos und Lugano bloss zwei Partien. Elf der zwölf Sieg feierten sie mit einem Tor Unterschied. Das spricht für die grosse Moral beim SCB. Eine besondere Befriedigung ist der Titel für Lars Leuenberger, der den Verein verlassen muss.

Der Aufruf von Luganos Präsidentin Vicky Mantegazzas zur Vernunft war an den entsprechenden Stellen angekommen. Die Curva Nord investierte ihre gesamte Stimmkraft in positiver Absicht. Die Tifoseria präsentierte sich im landesweiten Fokus von ihrer schillernden Seite.

Die temperamentvollsten Anhänger der NLA hatten die dezidierte präsidiale Botschaft verstanden. Statt einer kontaminierten Atmosphäre sorgten die Supporter auch nach dem aus ihrer Sicht enttäuschenden Ende für einen würdigen Rahmen.

Damien Brunners verletzungsbedingter Ausfall war im Vorfeld ein brisantes Thema. Der notgedrungene Verzicht auf den besten Schweizer Skorer löste bei Doug Shedden aber offenbar ein Prozess der Selbstreflexion aus. Ohne den neben dem schwedischen Trio wichtigsten Vertreter der Künstlerfraktion tarierte der kanadische Trainer die Last der Verantwortung besser aus. Von der primär in den eigenen Reihen zermürbenden (Über-)Forcierung der Stars sah Shedden wenigstens im Spiel der letzten Chance ab.

Telegramm:

Lugano - Bern 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)

7800 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Stricker, Kovacs/Tscherrig. - Tore: 5. Vauclair (Hofmann) 1:0. 21. Ebbett (Conacher, Untersander) 1:1. 25. Conacher (Rüfenacht, Roy) 1:2. 45. Fazzini (Lapierre, Chiesa) 2:2. 52. Roy (Ausschluss Blum!) 2:3. - Strafen: 3mal 2 plus 10 Minuten (Lapierre) gegen Lugano, 7mal 2 plus 10 Minuten (Roy) gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Klasen; Conacher.

Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Vauclair; Kienzle, Hirschi; Walker, Sannitz, Bertaggia; Pettersson, Martensson, Klasen; Fazzini, Lapierre, Hofmann; Kostner, Schlagenhauf, Reuille; Dal Pian.

Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Krueger, Blum; Helbling, Gerber; Flurin Randegger; Scherwey, Ebbett, Moser; Conacher, Roy, Rüfenacht; Müller, Plüss, Reichert; Alain Berger, Pascal Berger, Gian-Andrea Randegger.

Bemerkungen: Lugano ohne Brunner, Kparghai, Steinmann, Morini (alle verletzt), Stapleton, Romanenghi (beide überzählig), Bern ohne Bodenmann (gesperrt), Luca Hischier, Kobasew, Bergenheim, Bührer, Kousa (alle verletzt), Nico Hischier, Kreis, Ness, Smith (alle überzählig). 27. Pfostenschuss von Chiesa. 28. Timeout von Bern. 33. Walker lenkt Puck gegen den Pfosten. 50. Timeout von Lugano. 52. Pfostenschuss von Ulmer. Lugano ab 58:13 ohne Goalie.

sda-ats

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