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Die ETH Lausanne (EPFL) und das Unispital Genf (HUG) entwickeln einen neuen Sicherheitsanzug für den Einsatz in Epidemiegebieten. Sie wollen die stickige Schutzkleidung durch eine bequemere, wiederverwendbare und kostengünstigere Alternative ersetzen.

Die Hilfskräfte, die bei der drei Jahre dauernden Ebola-Epidemie in Westafrika im Einsatz waren, steckten stundenlang in den hermetisch abgedichteten Schutzanzügen. Zwar hielt die Kleidung das Virus fern, war aber für den Einsatz im tropischen Klima wenig geeignet.

In Zusammenarbeit mit dem Materialforschungsinstitut Empa, der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières/MSF) und der Uni Genf wollen Forschende der EPFL und des HUG daher einen besseren Anzug entwickeln. Der Prototyp wird dieser Tage am "Geneva Health Forum" präsentiert und kann sogar anprobiert werden, wie die EPFL am Dienstag mitteilte.

Zehn Schichten

"Wenn man sich anzieht, um die kontaminierte Zone zu betreten, muss man etwa zehn verschiedene Schichten anlegen", erklärte Laurent Kaiser vom Virologielabor des HUG in der Mitteilung. Man trage auch eine Taucherbrille, die schnell beschlage, OP-Handschuhe und eine dicke Schürze. Nicht zuletzt stünden nach einer Stunde Schwitzen im Plastikanzug die Schuhe voll Wasser.

Diese Schutzkleidung, die mit jeder Epidemie weiterentwickelt wurde, brauche fast 15 Minuten zum An- und Ablegen, könne meist nur einmal benutzt und müsse dann vernichtet werden, schrieb die EPFL.

Desinfizieren und wiederverwenden

Der neu entworfene Anzug sei ein Einteiler und dafür gemacht, in einer Chlorlösung desinfiziert und für bis zu drei Monate wiederverwendet zu werden. Zudem soll er viermal weniger kosten als die derzeitige Schutzkleidung.

Noch fehlt dem Anzug ein Belüftungssystem, für dessen Entwicklung die Forschenden nun Gelder anwerben wollen. Der Prototyp des Schutzanzugs ist laut Mitteilung jedoch bereits bei einem Treffen der Weltgesundheitsorganisation auf Interesse gestossen.

sda-ats

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