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Die Schweiz qualifiziert sich nach dem 0:0 gegen Frankreich in Lille erstmals an einer EM-Endrunde für die K.o.-Runde.

Als Zweite der Gruppe A trifft die Schweiz am kommenden Samstag in den Achtelfinals in St-Etienne auf den Zweiten der Gruppe C. Sie wird dannzumal zum ersten Mal in ihrer Verbandsgeschichte bei einer EM eine K.o.-Phase bestreiten. Dies war zwar das Minimalziel der Schweizer vor dem Turnier. Dennoch ist das ein beachtlicher Erfolg. Erst zum dritten Mal (nach 1996 und 2004) hat sich die SFV-Auswahl auf europäischer Ebene sportlich in die Top 16 gespielt.

Am Ende hat die Schweiz dieses Ziel nicht einmal nur dank fremder Hilfe erreicht. Nach einer mehr als problematischen ersten Hälfte fingen sich die Schweizer nach der Pause. Das lag auch an den Franzosen, die das Tempo teilweise drosselten und sich auch mal für mehrere Minuten etwas zurückfallen liessen. Aber die Schweizer schafften es auch geschickt, den Rhythmus zu verschleppen, weil sie nun den Ball besser zirkulieren liessen. Die Fehlerquote sank in den zweiten 45 Minuten merklich.

Trotzdem waren es die Franzosen, die bis zum Ende dem Sieg bedeutend näher standen. Nie so nahe, wie beim Schuss des eingewechselten Dimitri Payet nach 75 Minuten. Dem zweifachen EM-Torschützen und neuen Liebling der Nation blieb diesmal aber ein später Treffer versagt. Nach dieser Aktion war der angestrebte Punktgewinn der Schweizer kaum noch in Gefahr. Man merkt in den Schlussminuten: Beide Teams hatten, was sie im Prinzip vor dem Turnier von dieser ersten Phase erwartet hatten. Für die Franzose geht der Parcours als Gruppensieger weiter. Die Schweizer stehen ebenfalls in der K.o.-Phase. Sie haben gegen Frankreich nicht brilliert, über die ganze Vorrunde gesehen, die Rivalen Rumänien und Albanien aber verdient auf Distanz gehalten.

Dass die Schweizer in den Schlussminuten ohne Zittern in die Achtelfinals vorstossen konnten, hatte sich früher am Abend nicht abgezeichnet. "Mais ils sont où ces petits suisses?", sangen die französischen Supporter noch vor Ablauf einer halben Stunde. Ja, wo waren sie, die Schweizer? Im Spiel waren sie zu diesem Zeitpunkt nicht angekommen. Sie hatten Glück bei einem Schuss von Paul Pogba an die Latte (17.) und bedankten sich bei Torhüter Yann Sommer, der vier Minuten zuvor einen Schuss des Mittelfeldstars bravourös in Corner gelenkt hatte.

Diese zwei Szenen waren die prägnanten Bilder einer ersten Halbzeit, die weitgehend eine Richtung sah: die auf das Schweizer Tor. Paul Pogba lief zu grosser Form auf, nachdem er wegen seiner abschätzigen Geste gegen die Journalisten im Spiel gegen Albanien medial tagelang am Pranger gestanden hatte.

Schweiz - Frankreich 0:0

Stade Pierre Mauroy, Lille. - 45'616 Zuschauer. - SR Skomina (SLO).

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodriguez; Behrami, Xhaka; Shaqiri (79. Fernandes), Dzemaili, Mehmedi (86. Lang); Embolo (74. Seferovic).

Frankreich: Lloris; Sagna, Rami, Koscielny, Evra; Sissoko, Cabaye, Pogba; Griezmann (77. Matuidi), Gignac, Coman (63. Payet).

Bemerkungen: 12. Schuss von Pogba touchiert die Latte. 17. Lattenschuss von Pogba. 75. Lattenschuss von Payet. Verwarnungen: 25. Rami, 83. Koscielny (beide Foul).

Weiteres Resultat der Gruppe A: Rumänien - Albanien 0:1 (0:1).

Rangliste: 1. Frankreich 3/7 (4:1). 2. Schweiz 3/5 (2:1). 3. Albanien 3/3 (1:3). 4. Rumänien 3/1 (2:4).

sda-ats

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