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Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller und die Leiterin der Einwohnerkontrolle, Melanie Schenker, am Freitag im Zuger Stadthaus bei der ersten Bitcoin-Überweisung zum Start des Pilotprojektes mit der Internetwährung.

KEYSTONE/URS FLUEELER

(sda-ats)

Die Stadt Zug hat am Freitagvormittag ihr Bitcoin-Pilotprojekt gestartet. Bis Ende Jahr können am Schalter im Stadthaus Dienstleistungen der Einwohnerkontrolle bis zu einem Gegenwert von 200 Franken mit der Internetwährung Bitcoin bezahlt werden.

Der Projektstart erfolgte vor den Medien mit einer Testüberweisung. "Diese hat problemlos geklappt", sagte der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) gegenüber der sda. Nach dem halbjährigen Test wird der Stadtrat ein Fazit ziehen und über Abbruch, definitive Einführung oder eine Ausweitung des Projektes entscheiden.

Es kann also sein, dass Bitcoins - oder allenfalls andere digitale Währungen - zu einem späteren Zeitpunkt auch als Zahlungsmittel für weitere städtische Dienstleistungen akzeptiert werden.

Leumundszeugnis für 0,03 Bitcoins

Etwa 0,03 Bitcoins kostet beispielsweise bei der Einwohnerkontrolle die Beglaubigung einer Unterschrift sowie die Ausstellung eines Leumundszeugnisses, einer Wohnsitzbescheinigung oder eines Heimatausweises. Nach wie vor können diese Dienstleistungen auch mit 20 Franken in bar bezahlt werden.

Stadtpräsident Dolfi Müller erwartet nicht, dass es schon bald hunderte von Bitcoin-Transaktionen bei der Zuger Stadtverwaltung geben wird. "Es geht uns um die Botschaft", betont er. Der Stadtrat wolle die Offenheit für die neuen Technologien zum Ausdruck bringen und frühzeitig eigene Erfahrungen sammeln.

Der Stadtrat setze mit dem Projekt gegenüber den Firmen der digitalen Finanzbranche in der Region Zug ein Zeichen. Am Freitag folgten denn auch 15 Interessierte einer Einladung der Stadt zu einem Round-Table-Gespräch. Dabei ging es laut Müller nicht nur um Bitcoin-Transaktionen, sondern grundsätzlich um die Blockchain-Technologie.

Weltweites Medieninteresse

Der Entscheid des Zuger Stadtrates vor zwei Monaten, Bitcoins als Zahlungsmittel zuzulassen, habe zu einem "weltweiten Medieninteresse" geführt, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung. Selbst Fernsehstationen und renommierte Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland und den USA hätten ausführlich über das Zuger Pionierprojekt berichtet.

Bitcoin ist eine digitale Geldeinheit, mit der Überweisungen direkt zwischen den Nutzern über das Internet abgewickelt werden können, ohne dass dazu eine zentrale Abwicklungsstelle notwendig ist. Die Überweisung von Bitcoins wird in Transaktionen abgewickelt, die ähnlich funktionieren wie bei einer Banküberweisung, jedoch ohne Bank.

Der Zahlende muss lediglich die Bitcoinadresse des Zahlungsempfängers kennen, um einen Betrag zu überweisen. Der Kurswert von Bitcoins ergibt sich aufgrund von Angebot und Nachfrage.

sda-ats

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