Standseilbahn zwischen Bristen und Amsteg in Betrieb


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Die knapp 100 Jahre alte Standseilbahn ist seit dem frühen Mittwochmorgen als Notverbindung zwischen Amsteg und Bristen in Betrieb.

KEYSTONE/URS FLUEELER

(sda-ats)

Punkt vier Uhr in der Früh hat die Standseilbahn, die am Mittwoch nach einem Erdrutsch als Notverbindung zwischen Bristen und Amsteg zum Leben erweckt wurde, die erste Person ins Tal befördert. Seither läuft die Bahn auf Hochtouren.

Den ganzen Vormittag über sei etwas los gewesen, sagte der Betriebsleiter der Bahn, Edgar Welti, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Schüler, Pendler aber auch Bahnliebhaber und sonstige Interessierte nutzten das temporäre Angebot. Einen Grossansturm aber gab es nicht. Gross sei vor allem der Medienansturm gewesen, sagte Welti.

Technisch verlief die Reaktivierung der knapp 100 Jahre alten Standseilbahn reibungslos. Welti geht davon aus, dass die 400 Meter lange Standseilbahn täglich zwischen 400 und 500 Personen transportieren wird. Sie verkehrt täglich von 4 bis 0.30 Uhr im 20-Minuten-Takt und bietet Platz für maximal 20 Personen pro Fahrt. Auf der Ladefläche lässt sich zudem Material transportieren.

Wie lange die Bahn als Notverbindung in Betrieb sein wird, ist noch unklar. Laut eines Sprechers des Urner Baudepartements soll voraussichtlich am Freitag entschieden werden, wann die Sanierungsarbeiten beginnen, und wie lange sie dauern werden. Momentan seien noch immer Räumungsarbeiten im Gang. Erst wenn das Material, das auf der Bristenstrasse liegt, vollständig abtransportiert sei, zeige sich das gesamte Schadenbild.

Silener Landräte wollen Notstrasse

Nach dem Felssturz bei Bristen vom 5. März, der den Zugang zum Dorf für den Strassenverkehr für Wochen unterbrochen hatte, werden nun erneut Rufe nach dem Bau einer Notstrasse laut. Die vier Landräte aus der betroffenen Gemeinde haben am Mittwoch in der Landratssession ein entsprechendes Postulat eingereicht.

Der Vorstoss verlangt die Prüfung einer Notstrasse anstelle von temporären Notmassnahmen. Damit soll das Dorf Bristen künftig auch im Ereignisfall für Autos erreichbar bleiben.

Nach ähnlichen Ereignissen 1995 und 2003 habe man mehrere hunderttausend Franken in Notmassnahmen gesteckt, sagte Rolf Jauch (FDP). Der Bau einer Notstrasse sei dabei eine nachhaltigere Lösung, mit einer solchen könnten künftig Ressourcen geschont werden. Zudem stünden in den nächsten Jahren im Dorf Bristen ohnehin Unterhaltsarbeiten an. Die Regierung und das Gesamtparlament äusserten sich noch nicht zum verlangten Vorhaben.

SDA-ATS

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