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Frankreichs Nationalmannschaft zieht zum dritten Mal im Abstand von jeweils 16 Jahren zu Hause in einen EM-Final ein. Auch weil Deutschland auf dem Zahnfleisch ging.

Mats Hummels gesperrt, Sami Khedira und Mario Gomez verletzt, Bastian Schweinsteiger angeschlagen. Und dann verletzte sich im Spiel auch noch Jerôme Boateng, der derzeit wohl beste und dominanteste Innenverteidiger. "Ja, es fehlten uns einige wichtige Spieler", hielt Deutschlands Trainer Joachim Löw nach dem 0:2 gegen die Franzosen fest und verwies auf den (zu) vollen Terminkalender der Fussballer, der durch die Aufstockung der EM noch weiter strapaziert wurde.

Deutschland ging an der EM zusehends auf dem Zahnfleisch. Das hielt den Weltmeister aber nicht von einer starken Leistung gegen Frankreich ab. Wäre die Hand von Bastian Schweinsteiger kurz vor der Pause nicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, das Spiel hätte womöglich eine andere Wendung genommen. Toni Kroos meinte nicht zu Unrecht: "Wir haben unser bestes Spiel an der Euro gemacht. Tönt vielleicht blöd, wenn man 0:2 verloren hat. Aber ich kann niemandem von der Mannschaft etwas vorwerfen."

Kroos' Teamkollegen schätzten den Auftritt ähnlich ein. Manuel Neuer befand: "Ich will nicht sagen, dass wir die bessere Mannschaft waren, aber 2:0 für Frankreich ist kein gerechtes Ergebnis für dieses Spiel." Teammanager Oliver Bierhoff sah, dass die Deutschen "mehr Spielanteile hatten". Und Löw sagte: "Wir haben ein klasse Spiel gemacht. Die Mannschaft ist dominant aufgetreten, hat die Franzosen in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Klar, wir haben kein Tor geschossen, und das ist enttäuschend. Aber ich kann keinem einen Vorwurf machen. Die Mannschaft hat bravourös gekämpft. Wir hatten nicht das notwendige Glück. Als wir 2010 und 2012 ausschieden, hatten uns die Mannschaften etwas voraus. Heute hatten wir den Franzosen etwas voraus."

"Es war eine tolle Mannschaft"

So verabschiedeten sich die Deutschen erhobenen Hauptes von der EM. "Es war ein gutes Turnier. Wir hatten gute Energie, brachten eine gute Vorleistung, zeigten einen tollen Teamgeist ", betonte der Bundestrainer. Über seine Zukunft mochte er erst einmal nicht sprechen, es zweifelt aber niemand ernsthaft daran, dass er zumindest bis nach der WM 2018 in Russland weitermachen wird.

Löw will, wenn der erste Ärger über die verpasste Finalchance abgeklungen ist, mit seinem Stab auch nur mit einer "kurzen Analyse" die EM nochmals aufarbeiten. Wann das geschieht, möchte er mit seinen Vertrauten erst noch festlegen. "So viele Fehler stellte ich jetzt nicht fest. Es war eine tolle Mannschaft", hob er hervor.

Der Weltmeister überliess die Bühne den "Bleus" und dem Doppeltorschützen Antoine Griezmann, der jenes offensive Element verkörpert, das den Deutschen an der EM wohl fehlte und dem die Auszeichnung zum besten EM-Torschützen nach sechs Treffern nicht mehr zu nehmen sein dürfte. Und Löw war überzeugt, dass Frankreich am Sonntag im Final "auch Portugal bezwingen wird".

sda-ats

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