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Drei Jahre nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch haben tausende Hinterbliebene und Aktivisten eine juristische Aufarbeitung der Katastrophe gefordert.

"Obwohl schon drei Jahre vergangen sind, wurde noch nicht für Gerechtigkeit gesorgt. Niemand wurde wegen einer der schlimmsten je von Menschen verursachten Unglücke zur Rechenschaft gezogen", sagte der Gewerkschaftschef Abul Hossain, der die Kundgebung am Sonntag anführte.

Überlebende legten am Ort des Unglücks am Rande der Hauptstadt Dhaka Blumen nieder und erinnerten an die mehr als 1100 Opfer. Hinterbliebene beteten für ihre getöteten Familienmitglieder. Einige von ihnen hatten Fotos ihrer Angehörigen dabei, deren Leichen niemals gefunden wurden.

Der Fabrikkomplex von Rana Plaza war am 24. April 2013 unter dem Gewicht mehrerer illegal aufgestockter Etagen eingestürzt. Mehrere westliche Firmen hatten dort Ware produzieren lassen.

41 mutmassliche Verantwortliche wurden wegen Mordes angeklagt, unter ihnen der Eigentümer des Gebäudes, Sohel Rana. Bislang wurde aber niemand verurteilt.

Die Katastrophe warf ein Schlaglicht auf die Sicherheitsprobleme in den Textilfabriken des südasiatischen Landes, das nach China weltweit die Nummer zwei der Textilexporteure ist. Sie führte dazu, dass die Kontrollen der Fabrikgebäude verstärkt und die Löhne angehoben wurden.

Arbeitnehmervertreter halten dies aber nicht für ausreichend. In den meisten Fabriken seien die Sicherheitsvorkehrungen noch immer ungenügend, monierte der Gewerkschafter Touhidul Islam bei der Demonstration am Sonntag.

sda-ats

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