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Ein indischer paramilitärischer Soldat steht während der Ausgangssperre in Srinagar Wache. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA/FAROOQ KHAN

(sda-ats)

Nach Tagen gegenseitiger Anfeindungen hat die pakistanische Regierung Indien zu Gesprächen über die zwischen den beiden Ländern aufgeteilte Kaschmir-Region eingeladen. Die Einladung sei am Montag dem indischen Botschafter übermittelt worden.

Das sagte ein Sprecher des pakistanischen Aussenministeriums. Kaschmir ist ein Hauptstreitpunkt zwischen den beiden Atommächten. Sie haben über die Region zwei Kriege miteinander ausgefochten.

In Srinagar und dem gesamten Kaschmirtal herrschte auch am Montag eine Ausgangssperre, die in weiten Teilen der Region bereits seit mehr als 30 Tagen gilt.

In Zusammenstössen zwischen Separatisten und indischen Truppen starben seit Juli mehr als 50 Menschen, Tausende wurden verletzt. Am Montag wurden drei weitere Menschen getötet, ein indischer Offizier und zwei Untergrundkämpfer.

Gegenseitige Kritik

Nur kurz nach dem Gesprächsangebot veröffentlichte Pakistan allerdings eine zweite Botschaft, in der es Indien wieder kritisierte und auf spitze Bemerkungen von dessen Regierungschef einging.

Am Montagmorgen hatte der indische Ministerpräsident Narendra Modi in seiner Ansprache zum Unabhängigkeitstag das Nachbarland Pakistan ungewohnt scharf attackiert. Schon am Freitag hatte Modi Pakistan "Gräueltaten" gegen die Einwohner Kaschmirs vorgeworfen.

In der pakistanischen Reaktion hiess es, der Kontrast zwischen dem indischen und dem pakistanischen Teil Kaschmirs könne nicht krasser sein. Ein grosses Land wie Indien sei nicht automatisch ein gutes Land, vor allem, wenn es brutal gegen unschuldige Bürger vorgehe.

Am Sonntag hatte Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif in seiner Ansprache zum pakistanischen Unabhängigkeitstag den Tag "der Freiheit Kaschmirs" gewidmet.

Aufruf zu Friedenslösung

Mehbooba Mufti, die Ministerpräsidentin von Kaschmir, Indiens einzigem mehrheitlich muslimischen Bundesstaat, rief Neu Delhi und Islamabad bei einer Veranstaltung in einem Sportstadion von Srinagar auf, die Kontrolllinie, die De-Facto-Grenze zwischen Indien und Pakistan, "überflüssig" zu machen und eine Friedenslösung für die Himalaya-Region herbeizuführen.

Die Politikerin der gemässigten Partei PDP machte Indien für die derzeitige Krise in Kaschmir verantwortlich. Zugleich appellierte sie an protestierende Jugendliche, an ihre Schulen und Hochschulen zurückzukehren.

Die Bergregion ist seit einem Krieg 1947 zwischen Indien und Pakistan geteilt, wird aber weiter von beiden Staaten vollständig für sich beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss an Pakistan.

Indiens Armee und Polizei, die in dem Hochgebirgstal mit hunderttausenden Männern präsent sind, gehen mit grosser Härte gegen die Aufständischen vor, doch die Rebellion schwelt weiter.

sda-ats

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