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Anstehen an der Grenze: Über hunderttausend Venezolaner wollen in Kolumbien einkaufen.

KEYSTONE/AP/ARIANA CUBILLOS

(sda-ats)

Die vorübergehende Öffnung der Grenze zu Kolumbien hat einen wahren Ansturm von Menschen aus dem Krisenstaat Venezuela ausgelöst. Im Verlauf des Wochenendes passierten nach Behördenschätzung mehr als 100'000 Venezolaner den Grenzfluss.

Sie wollten sich vor dem Hintergrund von Venezuelas schwerer Versorgungskrise im Nachbarland mit Lebensmitteln und Arzneien eindecken. Kolumbiens Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas kündigte die Entsendung eines Transportkonvois in die Grenzstadt Cúcuta an, um die Läden dort mit Waren aufzustocken.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte am Samstag den Grenzübergang für eine befristete Zeit freigegeben. Venezolaner konnten dann mit einem Personalausweis die beiden Brücken ins Nachbarland Kolumbien überqueren. Die venezolanische Nationalgarde und Soldaten beider Staaten waren im Einsatz, um die Menschenmengen zu kanalisieren.

Der Ansturm zeugt vom Ausmass der Versorgungskrise in Venezuela. In dem Land sind Mittel zur Grundversorgung knapp, die Menschen beschaffen sich in Kolumbien unter anderem Reis, Zucker, Mehl, Toilettenpapier und Speiseöl.

Grenze seit einem Jahr geschlossen

Das südamerikanische Land ist extrem abhängig von seinen Einnahmen aus dem Öl-Export. Seit dem Verfall der Ölpreise steckt Venezuela in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Opposition macht Misswirtschaft des sozialistischen Präsidenten für die Misere verantwortlich.

Maduro hatte im August 2015 die Schliessung der Grenze zu Kolumbien angeordnet. Zuvor waren bei einem Angriff mutmasslicher kolumbianischer Ex-Paramilitärs gegen eine venezolanische Armeepatrouille drei Menschen verletzt worden, was zu Spannungen zwischen beiden Ländern führte.

sda-ats

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