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Manche Trainer haben eine Nase, auch Näschen genannt. Uli Forte darf man dieses zubilligen. Dem FC Zürich trug es den Sieg im Cupfinal gegen Lugano ein.

Kaum hatte er die Aufgaben als Feuerwehrmann im brennenden FCZ übernommen, schenkte er das volle Vertrauen einem Spieler, der in den vergangenen Monaten unter Sami Hyypiä kaum noch zum Einsatz gekommen war: Sangoné Sarr. Der 23-jährige Offensivspieler aus Senegals Hauptstadt Dakar wusste nicht, wie ihm geschah. Er bestritt unter Forte plötzlich alle Spiele. Im Cupfinal stand er im wichtigsten Moment am richtigen Ort. 1:0, das einzige Tor im Endspiel.

Forte hatte in den letzten Tagen immer wieder betont, dass er "leider" nicht genug Zeit hatte, um das Ruder herumzureissen. Für den Ligaerhalt reichte sein Einsatz nicht, er kam möglicherweise zu spät. Aber im Cup liess der Urzürcher mit italienischen Wurzeln den Klub eine weiteres Kapitel seiner reichen Cup-Geschichte schreiben.

"Das macht den Fussball so interessant", sagte Forte. "Darum begeistern sich die Massen. Ich habe in 17 Tagen alles in höchst intensiver Form erleben müssen. Ich dachte, ich könnte es noch korrigieren. Trotzdem haben wir heute etwas Kleines zurückgeben können. Gutmachen können wir mit dem Cupsieg aber nicht, was am Mittwoch passiert ist." Forte sprach natürlich den Abstieg in die Challenge League an.

Forte blickte im "kleinen" Triumph schon voraus: "Es ist eine Verbindung da, wenn man alle Hochs und Tiefs zusammen mitmacht. Wir haben den Cup geholt, trotz der misslichen Lage. Daran wird man sich zusammen erinnern. Es geht jetzt um die Zukunftsplanung." Das Projekt müsse heissen: sofort zurück in die Super League. Für ihn müsse das Projekt stimmen. "Ich kann mir durchaus vorstellen, den FCZ weiter zu trainieren."

Forte weiter: "Ich hätte am liebsten beides genommen, den Cupsieg und den Ligaerhalt. Oder sonst, wenn ich hätte auslesen können, nur den Ligaerhalt. Fussball ist kein Wunschkonzert."

Kopfarbeit für Alain Nef

Wohl kaum einem anderen FCZ-Spieler hatte man in den letzten Tagen derart deutlich angemerkt, wie sehr der Abstieg an der Seele des Fussballers nagen kann. Auch nach dem Cupsieg sprach der routinierte Verteidiger und Doyen im Kader noch mit leiser Stimme. Er wiederholte zum x-ten Mal, dass der Cupsieg den Abstieg nicht aufwiegen können. "Ja, wir haben Seich gemacht", sagte er. Und er weiss jetzt schon, was er in den anstehen Ferien unter anderem machen wird: "Ich werde sehr gut über meine Fehler nachdenken."

Auch Philippe Koch ist Verteidiger mit reicher Vergangenheit im FCZ. Aber er kann dem Cup-Triumph mehr Erfreuliches abgewinnen: "Wir hatten in der Meisterschaft riesige Mühe. Aber im Cup mussten wir ja immer auswärts spielen. Dabei sind wir souverän aufgetreten. Heute herrschte hier eine Begeisterung, und am Schluss sind die Fans hinter uns gestanden. Deshalb freuen wir uns jetzt riesig über diesen Pokal."

Koch, der Solothurner aus Biberist, spricht ebenfalls von einem lachenden und einem weinenden Auge, aber: "Wir werden den Cupsieg intern feiern, auch in der Familie. Erst wird auch das Traurige wieder heraufkommen, dieser Abstieg."

Rey: "Das Wichtigste haben wir erreicht"

Antoine Rey, der wendige Welschwalliser im Mittelfeld der Luganesi, trauerte der Niederlage im Letzigrund nach, aber er erwähnte für den FC Lugano, den Klub mit dem kleinen Budget, auch das Positive: "Es wäre super gewesen, in der Super League zu bleiben und dazu den Cupfinal zu gewinnen. Jetzt haben wir leider verloren. Aber das Wichtigste haben wir erfüllt, und das war der Auftrag, oben zu bleiben. Jetzt spielen wir auch nächste Saison in der Super League, und das ist toll."

sda-ats

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