Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Die Verdächtigen verfolgten den Prozess gegen sie in einem Glaskasten.

KEYSTONE/AP/PAVEL GOLOVKIN

(sda-ats)

Anderthalb Jahre nach dem Mord am Kremlgegner Boris Nemzow hat in Moskau der Prozess gegen fünf Tatverdächtige begonnen. Diese wiesen am Montag vor einem Militärgericht in der russischen Hauptstadt sämtliche Vorwürfe zurück.

Die Männer aus der Teilrepublik Tschetschenien seien unschuldig, sagte die Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmasslichen Todesschützen sowie dem Fahrer des Fluchtwagens und drei Komplizen einen Auftragsmord vor.

Die Familie des früheren Vizeregierungschefs Nemzow vermutet die Hintermänner in der tschetschenischen Führung. Sie sieht die fünf Angeklagten nur als Handlanger.

Die russische Regierung habe vermutlich kein Interesse an einer Aufklärung der Bluttat, sagte Nemzow-Anwältin Olga Michailowa der Agentur Interfax zufolge. "Dieser politische Mord zeigt, dass sich niemand in Russland sicher fühlen kann", sagte Nemzows langjähriger Mitarbeiter Ilja Jaschin. Richter Juri Schitnikow will den Prozess an diesem Dienstag fortsetzen.

In Sichtweite des Kremls erschossen

Der Oppositionspolitiker Nemzow war am 27. Februar 2015 nachts in Sichtweite des Kremls erschossen worden. Die Tat löste international Bestürzung aus. Nemzows Familie fordert, dass der autoritäre tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow als Zeuge aussagen soll.

"Die Ermittler ignorieren den persönlichen Konflikt zwischen Nemzow und Kadyrow völlig", sagte Michailowa. Kadyrow weist jede Beteiligung zurück. Der kremltreue Politiker hatte Nemzow wegen seiner kritischen Haltung mehrfach öffentlich als "schlechten Patrioten" bezeichnet.

Die Anhörung im Zentrum Moskaus fand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Angeklagten verfolgten den Prozess hinter einem mit Glas abgetrennten Bereich, vor dem Gericht schützten Angehörige der Sondereinheit Omon das Gebäude.

Viele Reporter und Bürgerrechtler seien aber abgewiesen worden, hiess es. "Der Saal ist zu klein für alle", sagte Justizsprecher Kirill Luschin. Der Prozess findet vor einem Militärgericht statt, weil einer der Angeklagten zum Tatzeitpunkt einer Einheit des Innenministeriums angehörte.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS