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Die Rinderseuche Bovine Virus-Diarrhoe (BVD) tritt in der Schweiz wieder vermehrt auf, nachdem sie im Rahmen eines Bundesprogramms fast ausgerottet worden war. (Archivbild)

KEYSTONE/ARNO BALZARINI

(sda-ats)

Die Ausrottung der Rinderseuche BVD in der Schweiz gestaltet sich offenbar schwieriger als zunächst angenommen. 2014 fast verschwunden, tritt die Seuche wieder vermehrt auf. Besonders betroffen ist der Kanton Freiburg.

Wurden 2008 noch fast 4500 Fälle der Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD) registriert, so sank die Zahl im Jahr darauf bereits auf unter 1500. In grossen Schritten reduzierten sich die BVD-Fälle weiter und erreichten gemäss der Tierseuchenstatistik 2014 den vorläufigen Tiefststand mit noch 44 Fällen. Die Tierseuche war damit fast ausgerottet.

Seither geht es aber mit der BVD wieder aufwärts. Im vergangenen Jahr wurden wieder 116 Fälle festgestellt. Aussergewöhnlich ist vor allem die Situation im Kanton Freiburg, wie der "Schweizer Bauer" am Mittwoch berichtete.

Nach Auskunft des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zeigen die in der Tierseuchendatenbank aufgeführten Zahlen die Seuchenmeldungen der Kantone pro Jahr. Sie beziehen sich auf den Zeitpunkt der Entdeckung der BVD-Infektion und beinhalten somit eine zeitliche Verzögerung.

Aktuell seien 50 Betriebe aufgrund eines BVD-Seuchenfalls oder eines BVD-Verdachts gesperrt, teilte das BLV weiter mit. Zusätzlich hätten 135 Betriebe einzelne trächtige Tiere im Bestand, die wegen BVD gesperrt seien.

Häufung von Fällen im Kanton Freiburg

Der Anteil am Gesamttotal aller BVD-Fälle belief sich im Kanton Freiburg gemäss der Tierseuchenstatistik im letzten Jahr auf fast 30 Prozent. Im laufenden Jahr gehen sogar acht der zwölf bisherigen Fälle auf das Konto des Kantons, was zwei Dritteln aller schweizerischen Fälle entspricht.

Insbesondere der südwestliche Teil des Kantons Freiburg sei betroffen, schreibt das BLV. Wahrscheinlich habe das Virus aufgrund von zeitlichen Verzögerungen bei der Aufarbeitung der BVD-Fälle Zeit gehabt, sich in der Region unbemerkt zu verbreiten.

Im Kanton Freiburg seien im Rahmen der BVD-Überwachung zusätzlich zu den Massnahmen auf nationaler Ebene, alle an den Sammelstellen abgelieferten Kadaver von Tieren der Rindergattung auf BVD untersucht worden. Im Rahmen dieser Untersuche seien im Kanton auch einige Kadaver BVD-positiv getestet worden.

Für Menschen ungefährlich

Die Bovine Virus-Diarrhoe (BVD) gehört in der Schweiz zu den auszurottenden Seuchen. Ihre Erreger, die BVD-Viren, gehören zu den Pestviren. Sie sind für den Menschen ungefährlich.

Betroffen sind Wiederkäuer, hauptsächlich Rinder. Infizierte Tiere wachsen schlecht und haben Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte. In der Landwirtschaft führte die BVD zu geschätzten jährlichen Ausfällen von bis zu zehn Millionen Franken.

15'000 Rinder geschlachtet

Deshalb hatte der Bund auch ein aufwendiges Ausrottungsprogramm eingeleitet. Praktisch der gesamte Rindvieh-Bestand von 1,5 Millionen Stück wurde getestet. Schliesslich wurden 2008 rund 15'000 infizierte Rinder auf Weisung des Bundes vorzeitig geschlachtet.

Das auf 60 Millionen Franken geschätzte Ausrottungsprogramm, an dem sich die Bauern mit einem Drittel in Form einer Sonderabgabe beteiligten, war anfänglich sehr erfolgreich und führte zu einem steten Rückgang der BVD-Fälle.

SDA-ATS