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Zehntausende Italiener demonstrieren in der süditalienischen Kleinstadt Locri gegen die Mafia. Sie gedachten dabei auch der Opfer des organisierten Verbrechens.

Keystone/EPA ANSA/MARCO COSTANTINO

(sda-ats)

Zehntausende Italiener haben am Dienstag in der süditalienischen Kleinstadt Locri gegen die Mafia demonstriert und der Opfer des organisierten Verbrechens gedacht. Locri ist eine Hochburg der 'Ndrangheta, der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien.

Organisiert wurde die Versammlung von Pfarrer Luigi Ciotti, der mit seiner Bewegung "Libera" bereits seit Jahren gegen die organisierte Kriminalität kämpft.

Mehr als 25'000 Menschen beteiligten sich laut "Libera" an dem Umzug in Locri, Anwesend waren auch Angehörige Hunderter Mafia-Opfer aus ganz Italien und Europa, berichteten italienische Medien.

An der Demonstration beteiligten sich Senatspräsident Pietro Grasso, der auf eine erfolgreiche Karriere als Anti-Mafia-Staatsanwalt in Palermo zurückblickt, sowie der Anti-Mafia-Ermittler Nicola Gratteri.

Bewegende Begegnungen

"Zu viele Menschen in Süditalien hassen die staatlichen Institutionen und unterstützen die 'Ndrangheta, die für Armut und Unterentwicklung verantwortlich ist", sagte Gratteri im Interview mit der Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag.

"Es ist zutiefst bewegend, in die Augen der Familienmitglieder der Ermordeten zu schauen", erklärte Pfarrer Ciotti. Die hohe Beteiligung zeige erneut, wie wichtig es sei, einmal im Jahr der Mafiaopfer zu gedenken. Örtliche Politiker bezeichneten die Kundgebung als "Zeugnis eines Italiens, das nicht aufgibt".

Die Anti-Mafia-Organisation "Libera" hatte 1995 den "Giorno della Memoria" (Tag der Erinnerung) ins Leben gerufen. Seither wird jedes Jahr am 21. März vor allem der Opfer der Mafia gedacht.

SDA-ATS