Ein weiteres Bild aus dem Kunstfund Gurlitt ist an die Familie des rechtmässigen Besitzers, Politiker und Nazi-Gegner Georges Mandel, zurückgegeben worden. Das Frauenporträt gehörte zu dem vom Berner Kunstmuseum geerbten Nachlass.

Das Gemälde des französischen Malers Thomas Couture (1815-1879) trägt den Titel "Portrait de jeune femme assise". Es war bereits 2017 als Eigentum Mandels identifiziert worden. Dabei half ein winziges repariertes Loch in der Leinwand.

Die Lebensgefährtin von Mandel hatte nach dem Krieg zu Protokoll gegeben, das Bild sei ihm gestohlen worden. Es habe auf der Brusthöhe der Frau einen kleinen Einriss gehabt. Damit konnten die Forscher es zuordnen. "Auch dieser Fall mahnt uns, nie nachzulassen in der rückhaltlosen Aufarbeitung des NS-Kunstraubs, für den Deutschland Verantwortung trägt", teilte Grütters mit.

Wie Stiftungsrat Marcel Brülhart, der der Übergabe als Vertreter des Kunstmuseums Bern beiwohnte, sagte, habe sich das Kunstmuseum seinerzeit genau aus dem Grund für die Annahme des Gurlitt-Nachlasses entschieden, "um einen Beitrag für die Aufarbeitung des NS-Kunstraubs und zur Milderung geschehenen Unrechts zu leisten". Entsprechend gross sei die Freude über die Rückgabe des Werkes an seine berechtigten Erben.

Das Bild ist das fünfte aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt, das an die rechtmässigen Besitzer zurückgegeben wird. Die Sammlung stand im Verdacht, jüdischen Besitzern während der Nazi-Zeit geraubt worden zu sein. Bisher haben sich erst sechs der rund 1500 Kunstwerke eindeutig als NS-Raubkunst erwiesen.

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Warum fehlt die weibliche Kunst in den Schweizer Museen?

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