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Seit der Schliessung der Balkanroute kommen weniger Asylsuchende in die Schweiz. Ein Teil der Schutzsuchenden bleibt in Griechenland hängen, wie dieser Junge in einem Camp in Athen. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/PETROS GIANNAKOURIS

(sda-ats)

Die Zahl der Asylgesuche geht weiter zurück. Im Oktober sind 2096 Gesuche eingereicht worden, gut 4 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Ein Jahr zuvor waren es fast doppelt so viele gewesen.

Abgenommen hat vor allem die Zahl der Gesuche afghanischer Migrantinnen und Migranten, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstag mitteilte. Auch irakische und syrische Bürgerinnen und Bürger reichten weniger Asylgesuche ein. Das SEM führt das auf die die Schliessung der Balkanroute im März 2016 zurück. In den Monaten zuvor waren viele Migrantinnen und Migranten auf diesem Weg nach Europa gekommen.

Afghanistan war im Oktober 2016 mit 145 Gesuchen noch drittwichtigstes Herkunftsland. Die grösste Zahl von Asylgesuchen stammt unverändert von eritreischen Bürgerinnen und Bürgern. Mit 476 Gesuchen waren es aber 151 weniger als im Vormonat. Zweitwichtigstes Herkunftsland war Syrien. Die Zahl der Gesuche nahm um 21 auf 173 leicht zu.

Türkei im Mittelfeld

Weitere wichtige Herkunftsländer sind Guinea und Sri Lanka. Die Zahl der Gesuche aus der Türkei hat sich zwar seit Juli fast verdoppelt, blieb jedoch auf tiefem Niveau. Trotz der Verhaftungswellen nach dem gescheiterten Putsch von Mitte Juli sind im August lediglich 47, im September 54 und im Oktober 65 Gesuche türkischer Staatsangehöriger eingegangen. Bereits im Oktober 2015 waren es 57 Gesuche gewesen.

Mit dem Rückgang im Oktober setzte sich der Trend der letzten Monate fort. Im dritten Quartal 2016 hatte das SEM 42 Prozent weniger Gesuche als im Vorjahr registriert. Neben der Schliessung der Balkanroute hatte der Rückgang auch damit zu tun, dass weniger Eritreerinnen und Eritreer ein Asylgesuch stellten. Das SEM rechnete für das ganze Jahr mit 30'000 Asylgesuchen. 2015 waren es knapp 40'000 gewesen.

Solidarische Schweiz

Die Schweiz hatte im Oktober auch die Aufnahme anerkannter Flüchtlinge fortgesetzt. 64 Flüchtlinge reisten im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge aus Nachbarländern Syriens in die Schweiz ein. Mit dem Relocation-Programm der EU traf eine Gruppe von 28 syrischen Staatsangehörigen aus Griechenland und eine Gruppe von 21 eritreischen Staatsangehörigen aus Italien in der Schweiz ein.

Das SEM erledigte im Oktober 2325 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei wurden 671 Nichteintretensentscheide auf Grundlage des Dublin-Abkommens gefällt, 408 Personen erhielten Asyl, und 536 Personen wurden vorläufig aufgenommen. 697 Personen hatten die Schweiz kontrolliert verlassen.

sda-ats

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