BERLIN (awp international) - Kurz vor dem G20-Gipfel in Südkorea dringt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Verständigung im Währungsstreit mit China und den USA. Sie sei "zuversichtlich, dass wir im Kreis der G20 auch die Diskussion über angemessene Wechselkurse sachlich und im Geist der Zusammenarbeit führen werden", sagte Merkel der Zeitung "Die Welt" (Mittwoch). "Für mich steht fest, dass Verzerrungen der Wechselkurse den globalen Aufschwung schwächen. Eine Politik, die auf eine künstlich niedrig gehaltene Währung und damit verbundene Exportchancen setzt, ist kurzsichtig und schadet letztlich allen."
Die Kanzlerin warnte: "Es darf auch nicht sein, dass solche Entwicklungen dazu führen, dass eine stabile Währung wie der Euro einseitig die Anpassungslasten trägt." Die USA werfen China vor, die Währung zugunsten von Exportvorteilen niedrig zu halten. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte kritisiert, dass der Eindruck bestehe, die USA handelten so ähnlich, wie sie es China vorhielten. Merkel verteidigte zugleich den deutschen Exportüberschuss. "Unsere Exporterfolge belegen, wie wettbewerbsfähig deutsche Produkte sind."
Merkel forderte ausserdem, dass strengere Finanzmarktregeln wie in Europa auch international umgesetzt werden müssten. "Marktteilnehmer sollen ja nicht unterschiedlich strenge Regelungen ausnutzen können."/vr/DP/jsl

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