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Die Schweizer lassen sich von der ungewöhnlich winzigen WM-Qualifikations-Bühne in Andorra nicht ablenken. Niemand zweifelt auch nur im Ansatz an der makellosen Fortsetzung ihres Parcours am Montag.

Den mehrstündigen Bus-Trip von Barcelona nach Andorra la Vella haben die Spieler als Teil des Pendelns zwischen zwei komplett verschiedenen Schauplätzen betrachtet. Auch das unüblich kleine Stadion mit einer schlichten Betonwand auf der einen Spielfeldseite und freier Sicht auf eine Baustelle beeinträchtigt den Blick auf das Wesentliche offenbar nicht.

"Wir treten zu einem Länderspiel für die Schweiz an. Es ist egal, wo wir spielen, motivieren muss man niemanden", stellt Admir Mehmedi klar. Die Adaption an die provinziellen Verhältnisse im Fussball-Kleinstaat fällt dem Bundesliga-Profi nicht schwer. "Wir wollen nach Russland und müssen gewinnen."

Im Duell mit der Weltnummer 203 wollen die Favoriten so früh wie möglich zur Zäsur ansetzen. "Wir müssen ein schnelles Tor erzielen", verlangt Selektionär Vladimir Petkovic. Ansonsten sei in der Begegnung mit dem krassen Aussenseiter "viel Geduld und Respekt" gefragt.

In den letzten Tagen war im Kreis der Nationalmannschaft eine bemerkenswerte Sachlichkeit feststellbar. Keine Brennpunkte, keinerlei Diskussionen, trotz mehrerer Forfaits kaum Hektik. Erst am Tag des Transfers in den Süden keimten kurzzeitig ein paar Irritationen auf.

Auslöser war ein Statement von Valon Behrami gegenüber einem Tessiner Radio-Journalisten, das zu Ungunsten des Watford-Profis interpretiert wurde. Er habe offen zugegeben, eine Gelb-Sperre provoziert zu haben, war zu lesen.

Der spät verwarnte und in Andorra gesperrte Mittelfeldspieler erklärte im RSI-Interview zur taktischen Zeitverzögerung indes lediglich, es sei gut, "eine Pause zu nehmen, auch wegen des Kunstrasens, auf dem ich sehr leide."

Er habe sich in diesem Zusammenhang mit dem Coach abgesprochen, so Behrami. Petkovic umdribbelte die Causa beim obligaten Rendez-vous mit den Medien elegant: "Behrami wird uns uns fehlen, das ist schade." Basta, Thema erledigt.

Andorra kommt seit der FIFA-Aufnahme vor über 18 Jahren nicht vom Fleck. 84 Partien umfasst die internationale Rekordserie ohne Erfolgserlebnis inzwischen. Von einer wesentlich besseren Seite hat sich bisher die zweite Mini-Nation der Gruppe B präsentiert. Die Färöer gewannen gegen Ungarn (0:0) und in Lettland (2:0) vier Punkte, ohne dabei einen Gegentreffer zuzulassen. Sie und nicht der EM-Titelhalter Portugal sind nach 180 Minuten in der Tabelle der erste Verfolger der Schweizer.

Die Insulaner aus dem Nordatlantik, bereits in der letzten Qualifikations-Kampagne für die EM-Endrunde mit zwei Erfolgen gegen die Griechen positiv aufgefallen, machen der stagnierenden "Federació Andorrana de Futbol" vor, was trotz geringster personeller Ressourcen gegen weitaus höher einzustufende Konkurrenten auszurichten ist.

Aber offenbar generiert die nationale Fussball-Auswahl im wohlhabenden Fürstentum bei den entscheidenden politischen Stellen wenig Resonanz. Der finanzielle Support sei nicht klein, "sondern null", erklärte Andorras Nationalcoach Koldo Alvarez lapidar.

sda-ats

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