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Der Angriff galt einem Flüchtlingsboot. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/SANTI PALACIOS

(sda-ats)

Die Zahl der Toten beim Luftangriff auf ein Flüchtlingsboot vor der Westküste des Jemens ist nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf mindestens 42 Menschen gestiegen.

An Bord des Schiffes hätten sich etwa 140 Flüchtlinge befunden, teilte das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Freitag mit. 30 Flüchtlinge seien bei dem Angriff verletzt worden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) berichtete zunächst von 33 Toten.

Das Boot sei auf dem Weg in Richtung Sudan gewesen, als es vor der Küste der Provinz Hodeida von einem Militärhubschrauber angegriffen worden sei, sagte Daoud Fadel, ein Sicherheitsbeamter des Fischereihafens der Provinz. Bei den Flüchtlingen an Bord habe es sich um Menschen aus dem Jemen und aus Somalia gehandelt.

Nach Angaben des UNHCR halten sich mehr als 255'000 Flüchtlinge aus Somalia im Jemen auf.

Huthi-Rebellen beschuldigen Saudi-Arabien

Die Region Hodeida im Westen des Jemens wird überwiegend von schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert. Im Jahr 2014 hatten die Huthis grosse Teile des Nordjemens eingenommen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa.

Seit März 2015 fliegt Saudi-Arabien zusammen mit verbündeten sunnitisch-arabischen Staaten Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt die international anerkannte sunnitische Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi.

Die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierte Nachrichtenagentur Saba machte die von Saudi-Arabien geführte und von den USA unterstützte Koalition für den Angriff auf das Flüchtlingsboot verantwortlich.

"Es waren grauenvolle Szenen", sagte Eric Christopher Wyss vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK). "Ich habe Männer, Frauen und Kinder gesehen, die entweder tot waren oder fürchterlich verletzt." Das IKRK verurteilte den Angriff scharf. Auch wenn die Umstände des Vorfalls noch nicht klar seien, müssten Zivilisten unter allen Umständen geschützt und dürften nicht angegriffen werden, hiess es in einer Mitteilung.

Immer mehr Menschen auf der Flucht

In den vergangenen Jahren machten sich immer mehr Menschen auf die Flucht vor dem Bürgerkrieg. In kleinen Fischerbooten versuchen sie, die Meerenge zu überqueren, die das Rote Meer vom Indischen Ozean trennt. Während die meisten Flüchtlinge aus dem Jemen nach Süden in Richtung Dschibuti fliehen, versuchen Flüchtlinge aus Afrika das Rote Meer in Richtung Ägypten zu überqueren.

In der Provinz Hodeida waren erst vor rund einer Woche mindestens 22 Zivilisten bei einem Luftangriff auf einen Marktplatz getötet worden. In den vergangenen Tagen hatten die Vereinten Nationen eindringlich vor einer Hungerkrise im Jemen gewarnt.

Der UNO-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hatte im Zusammenhang mit dem Jemen am vergangenen Wochenende von der "grössten humanitären Krise in der Welt" gesprochen. 18,8 Millionen Menschen brauchen demnach Hilfe. Das sind zwei Drittel der Bevölkerung. Nach UNO-Angaben wurden in dem Konflikt im Jemen seit März 2015 bereits fast 7700 Menschen getötet und mehr als 42'500 verletzt.

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SDA-ATS