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Protest an der Informationsveranstaltung des BFE zu Vorschlägen der Nagra zur Platzierung der Oberflächenanlagen von Tiefenlagern im Wellenberg in Wolfenschiessen NW im Februar 2012. (Archiv)

KEYSTONE/SIGI TISCHLER

(sda-ats)

Das Fachchinesisch der Behörden behindert die Mitwirkung der Bevölkerung bei der Suche nach einem Tiefenlager für Atommüll. Nagra, Ensi und Bundesamt für Energie (BFE) sollen für Laien verständliche Berichte schreiben, so ein Tipp im vom BFE veröffentlichten Bericht.

"Je fachspezifischer und umständlicher die Sprache" sei, desto schwieriger sei für einen Laien, einen Bericht zu lesen, vor allem wenn dieser seitendick ist.

Die Autorin empfiehlt den Experten der Atomaufsicht Ensi, dem BFE und der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) zudem, ihren Berichten eine Zusammenfassung voranzustellen, bevor sie diese den Mitwirkungsgremien in den möglichen Standortregionen für Tiefenlager zuschickt.

"Miliztauglich"

Bedenken sollten jene, bei denen sich beruflich alles um AKW, Atomstrom, Atomsicherheit und Atomabfälle dreht auch, dass es sich bei den anderen Teilnehmenden zumeist um Personen handelt, die einer Arbeit nachgehen "und sich nur in ihrer Freizeit" am Verfahren zur Suche am Tiefenlager beteiligen.

Die Mitwirkung müsse deshalb "möglichst miliztauglich" ausgestaltet sein: Sitzungen am Abend oder am Wochenende, Dokumente rechtzeitig zusenden, lange Fristen für die Bearbeitung und Entscheidungsfindung, klare Kommunikation, wer wofür zuständig ist.

Attraktive Kommunikation

An die Adresse des BFE gerichtet geht die Empfehlung, die Kommunikation mit der Bevölkerung zu verbessern. Das BFE müsse mit einer attraktiven Öffentlichkeitsarbeit eine breite Bevölkerungsschicht ansprechen.

Die Vorschläge im Papier reichen vom Aufbieten von bekannten Persönlichkeiten bis hin zu "Unterhaltungsanlässen" in den betroffenen Regionen. Auch Kinder und Jugendliche sollen erreicht - etwa via Schule oder Vereine - und für die Themen Atomabfälle und Tiefenlager sensibilisiert werden. Ziel müsse sein, es der breiten Öffentlichkeit "zu ermöglichen, sich nicht vom Thema überwältigen zu lassen oder weiter in die Verdrängung zu gehen".

Die Handlungsempfehlungen entstammen dem ersten Zwischenbericht aus dem Forschungsprojekt "partizipative Entsorgungspolitik" des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Bern. Im Rahmen einer Dissertation führte Autorin Claudia Alpiger unter anderem zahlreiche Interviews mit Leitungspersonen betroffener Laiengremien, besuchte Treffen und wertete über 200 Fragebögen aus. Der Bericht wurde im Auftrag des BFE verfasst.

sda-ats

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