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Zürich (awp) - Die ABB Ltd hat im zweiten Quartal 2010 weniger umgesetzt als im Vorjahr, dafür haben die Aufträge wieder leicht angezogen. Die Gewinnmarge verblieb dank des Kostensenkungsprogramms, für welches weniger Ausgaben geplant sind, auf respektablem Niveau. Die Erholung der frühzyklischen Bereiche scheint sich zu bestätigen, während der Ausblick auf die spätzyklischen Geschäftsfelder vorsichtig bleibt. Insgesamt zeigt sich das Unternehmen aber optimistischer als noch vor drei Monaten.
VERKÄUFE RÜCKLÄUFIG, BESTELLUNGEN ZIEHEN WIEDER AN
Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 4% auf 7'573 Mio USD (LW -5%) zurück. Der Auftragseingang legte dagegen sowohl in Dollar als auch in Lokalwährungen um 5% auf 7'665 Mio USD zu, womit hier der negative Trend aus dem ersten Quartal gewendet wurde. Hauptursache für diesen Anstieg sind Zuwächse in den beiden Automationsdivisionen von je über 20%. Hier mache sich die weltweite Konjunkturbelebung bemerkbar, hiess es dazu bei ABB.
Industriekunden hätten weiterhin in Automations- und Energielösungen investiert, wogegen sich die Energieversorger mit Investitionen in grosse Energieübertragungsprojekte in den meisten Regionen zurückgehalten hätten, kommentierte ABB. Darum nahmen die Basisaufträge unter 15 Mio USD in Lokalwährungen um 15% zu, während die Grossaufträge um 37% zurückgingen. Der Auftragsbestand wuchs gegenüber Ende 2009 um 5% auf 24,4 Mrd USD.
In den Schwellenländern verblieb der Auftragseingang insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres und machte 51% des gesamten Bestellungseingangs von ABB aus.
EBIT-MARGE TROTZ SONDERBELASTUNGEN WEITER AUF HOHEM NIVEAU
Der EBIT verzeichnete ein Minus von 7% auf 975 Mio USD, während die EBIT-Marge auf 12,9 von 13,2% leicht zurückfiel. Darin enthalten ist eine Belastung von rund 60 Mio USD aus Verlusten aus Derivaten sowie aus Fremdwährungsschwankungen bei Forderungen und Verbindlichkeiten. Ebenfalls enthalten sind Restrukturierungskosten von rund 70 Mio USD sowie Projektkosten in Höhe von 80 Mio USD in der Division Energietechniksysteme. Bereinigt um diese Faktoren belief sich die EBIT-Marge auf 14,6%.
Einsparungen von über 400 Mio USD durch das laufende Kostensenkungsprogramm hätten massgeblich zur Erhaltung der Kaufkraft beigetragen, heisst es. Die Ausgaben für das Programm werden sich im Gesamtjahr auf rund 350 bis 400 Mio USD belaufen, bisher wurden diese auf rund 500 Mio USD veranschlagt.
Der Reingewinn schrumpfte in der Berichtsperiode um 8% auf 623 Mio USD und der Cashflow aus Geschäftstätigkeit um 39% auf 649 Mio USD. Die Netto-Barmittel beliefen sich per Ende Juni auf 5,9 Mrd USD.
STEIGENDER OPTIMISMUS
Im Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt ABB zurückhaltend, aber dennoch nicht ohne Optimismus. ABB wähnt in seinen frühzyklischen Geschäftsfeldern die Talsohle durchschritten. Darauf deute das anhaltende Wachstum der Basisaufträge seit Mitte 2009 hin. Industriekunden investieren verstärkt in automations- und energietechnische Ausrüstung und Lösungen.
"Wir sind zuversichtlicher als noch vor drei Monaten was die wirtschaftliche Erholung in den meisten unserer Märkte betrifft", sagte CEO Joe Hogan. Davon ausgehend, dass sich die Konjunkturerholung in den meisten Regionen fortsetzen wird, gibt er sich zuversichtlich, dass das frühzyklische Geschäft ein weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum im zweiten Halbjahr ermöglichen wird.
Im Hinblick auf die spätzyklischen Geschäftsfelder, die den Grossteil des ABB-Portfolios ausmachen und auf Anlageinvestitionen von Kunden bauen, bleibe der Ausblick für den restlichen Jahresverlauf 2010 uneinheitlich. Hogan geht davon aus, dass das spätzyklische Geschäft - insbesondere im Energiesektor - gegen Ende 2010 oder zu Beginn des Jahres 2011 wieder anziehen wird.
Die Aktie befindet sich am frühen Nachmittag mit einem Plus von über 3% im Bereich des Tageshochs und knüpft damit an die Vortagesgewinne an.
cf/uh

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