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Basel (awp) - Die Acino Holding AG muss einen weiteren Rückschlag in der Form eines Produktrückrufs und von Zulassungsverzögerungen einstecken. Dieses Mal mit den Goserelin- und Leuprorelin-Implantaten zur Therapie von Prostatakrebs, nachdem 2010 bereits der Rückruf des Blutverdünners Clopidogrel das Geschäft vermiest hat. Der Vertriebspartner für Deutschland und Grossbritannien hat das 1-Monats-Implantat von Goserelin "wegen vereinzelt aufgetretener technischer Mängel des Applikationssystems" vorsorglich vom Markt zurückgerufen, teilte Acino am Mittwoch mit.
Zudem verzögert sich die Zulassung von Goserelin- und Leuprorelin-Implantaten in Deutschland, dem Referenzmarkt für die EU. Obwohl die Rückrufaktion gemäss CEO Peter Burema nur "minime" Konsequenzen auf die Ertragsentwicklung hat und nun die Zulassungen 2012 anstelle von Ende 2011 erwartet werden, gerät die Aktie stark unter Druck.
Bei dem zurückgerufenen Goserelin-Implantat bestehe kein gesundheitliches Risiko für den Patienten, heisst es weiter. Derzeit würden Acino und der Vertriebspartner über eine Verbesserung des Applikationssystems verhandeln. "Die technischen Probleme sind relativ klein und sollten sich ziemlich schnell beheben lassen", sagte CEO Peter Burema in einem Interview gegenüber AWP.
GERINGE AUSWIRKUNGEN AUF ERTRÄGE
Anders als im Falle des Clopidogrel-Rückrufs, für den Rückstellungen von 12 Mio EUR gebildet wurden, soll Goserelin kaum auf die Zahlen drücken. "Die Auswirkungen auf die Erträge sind minim. Das 1-Monats-Implantat von Goserelin ist bisher ja nur in Deutschland und Grossbritannien zugelassen", so Burema weiter.
Die Rückrufkosten bezeichnete Burema weiter als gering. Das Präparat sei nur in spezialisierten Apotheken angeboten und die Bestände seien grösstenteils bereits verkauft worden.
ZULASSUNGEN 2012 STATT ENDE 2011
Die weiteren Verzögerungen im Zulassungsprozess des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland für das Goserelin-3-Monats sowie Leuprorelin-1-Monats und -3-Monats-Implantat erwartet das Acino-Management ausgehend von laufenden Gesprächen. "Die Deutsche Behörde ist die Referenz-Zulassungsstelle für Europa. Daher ist die Behörde auch mit den Zulassungsstellen anderer EU-Länder im Gespräch", sagte der CEO zu den Verzögerungen. "Wir erwarten die Zulassung von Goserelin und Leuprorelin nun im Jahr 2012 statt wie bisher Ende 2011."
Das Acino-Management gibt sich weiterhin vom "bedeutenden Marktpotenzial" beider Präparate überzeugt. Goserelin ist ein Generikum für Zoladex von Astra Zeneca. Mit dem Originalprodukt wird gemäss unabhängigen Zahlen für 2009 (Newport, IMS, MAT) ein Umsatzvolumen vom 960 Mio USD erzielt.
Leuprorelin ist ein Generikum zu den Produkten Enantone/Trenantone, Lupron bzw. Eligard von Takeda, Abbott und Astellas. Die weltweiten Verkäufe der Originalpräparate belaufen sich auf 2,0 Mrd USD.
AKTIE TAUCHT
An der Börse reagieren die Anleger mit umfangreichen Verkäufen auf die negativen Produktnews. So verlieren die Acino-Aktien bis Mittag bei Umsätzen, die einem Mehrfachen eines durchschnittlichen Tagesvolumens entsprechen, um 6,9% auf 84,25 CHF.
Die Anleger hätten teils einen "déjà-vu"-Effekt nach den unliebsamen Erfahrungen mit dem Clopidogrel-Rückruf, kommentieren Marktbeobachter die markanten Einbussen. Teils wurden von Analysten die Schätzungen bereits überarbeitet. So senkt Carla Bänziger von der Bank Vontobel die Umsatzschätzungen für Goserelin im Zuge des Rückrufs auf 1 Mio EUR von bisher 4,3 Mio EUR. In den Schätzungen enthalten sei nun nur noch der Umsatz des Medikamentes in der Schweiz, für das bisher kein Rückruf vorliege, so Bänziger. Die Umsatzprognose 2011 reduziert die Analystin um etwa 2,5%.
"Der Rückruf (...) zusammen mit den weiteren Verzögerungen (...) sind ein weiterer Schlag für Acino, kommentiert Odile Rundquist von Helvea. Goserelin und Leuprorelin hätten "bedeutendes Potenzial" und seien "Schlüssel für das zukünftige Wachstum des Unternehmens."
rt/cc

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