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Basel (awp) - Das Halbjahresergebnis der Acino Holding AG wurde vom Rückruf des Blutverdünners Clopidogrel in Europa belastet, was zu einem Verlust geführt hat. Das Management bezeichnet ihn als "unerwartet" und "unnötig". Ohne diesen Sondereinfluss fielen die Umsätze und Margen in der Berichtsperiode "trotz starkem Preisdruck zufriedenstellend" aus. Für das Gesamtjahr wird mit einer positiven Umsatzentwicklung in den zweiten sechs Monaten und einem Umsatz auf Vorjahresniveau gerechnet - ohne den Clopidogrel-Effekt allerdings. Längerfristig werden tiefere Margen erwartet.
Der Gruppen-Umsatz sank wegen des Produktrückrufs in der Berichtsperiode um 16% auf 61,6 Mio EUR, wie der Pharma- und Generikahersteller am Donnerstag mitteilte. Davon entfielen 42,1 (VJ 57,0) Mio EUR auf den Bereich Peroral (feste orale Darreichungsformen). Im Segment Parenteral (Wirkstoffpflaster und -implantate) wurde dagegen eine Umsatzsteigerung von rund 17% auf 19,5 Mio EUR erzielt.
CLOPIDOGREL-RÜCKRUFKOSTEN BEREINIGT - KEINE WERTBERICHTIGUNGEN NÖTIG
Der Rückruf hat zwar in der Berichtsperiode deutliche Spuren hinterlassen, doch sind laut Management diese Einmal-Belastungen mit dem Halbjahresausweis bereinigt und Wertberichtigungen nicht notwendig. Die Sonderbelastung aus dem Produktrückruf - vor allem wegen Rückstellungen - bezifferte CFO Marcel von Ah an einer Telefonkonferenz auf 14,5 Mio EUR.
Der operative Gewinn sank in der Folge im Halbjahr auf Stufe EBITDA massiv auf 7,4 (24,4) Mio EUR, auf Stufe EBIT wurde gar ein Verlust von 5,6 Mio EUR ausgewiesen (VJ Gewinn von 13,0 Mio ). Unter dem Strich resultierte entsprechend ein Reinverlust von 2,7 Mio EUR (VJ +11,3 Mio).
MARGENEROSION ERWARTET
Für die Berichtsperiode weist Acino eine EBITDA-Marge von 30% aus. Damit liege die Marge um rund 3 Prozentpunkte unter dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Den Margenrückgang führt CFO von Ah vor allem auf den Preisdruck, die negativen Auswirkungen der Wechselkursentwicklung EUR/CHF und höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zurück. Letztere sollen künftig 9-12 Prozent des Umsatzes ausmachen, wobei ein Drittel der Gewinn- und Verlustrechnung und der Rest der Bilanz belastet werde, wie der CFO sagte.
NEUE PRODUKTE, NEUE MÄRKTE, ÜBERNAHMEN
Um die Abhängigkeit vom deutschen Markt mit einem Umsatzanteil von gut 50% (2009) zu verringern, will CEO Peter Burema neue Märkte erschliessen. In Europa sieht er u.a. in Frankreich, Italien und Spanien Potenzial, ausserhalb Europas vor allem in Schwellenländern. Es sollen sowohl eigene Produkte vermarktet als auch Partnerschaften gesucht werden. Zudem setzt der Konzern auf neue Produkte, von denen einige vor der Zulassung stehen. Weiter wird auch nach Übernahmen gesucht. "Eine Übernahme muss aber in unser Geschäftsmodell passen und im ersten vollen Jahr einen Ergebnisbeitrag leisten können", so CEO Burema.
AKTIE REAGIERT KAUM - 40% TIEFER ALS ENDE 2009
Mit dem H1-Zahlenset hat Acino die Konsensuserwartungen der Analysten klar verfehlt, fiel doch die Belastung durch den Clopidogrel-Rückruf höher aus als erwartet. Die Aktie reagiert aber kaum und notiert um 12.25 Uhr unverändert auf 97,35 CHF. Allerdings haben die Titel seit Ende 2009 bereits rund 40% an Wert verloren.
Analysten sind denn auch zurückhaltend. "Es ist schwierig, die Aussichten des Unternehmens kurz- bis mittelfristig vorauszusagen, vor allem die Aussichten für den Wachstumstreiber Clopidogrel", so beispielsweise die zuständige Analystin von Helvea. Zurückhaltend geben sich auch ZKB und Bank Vontobel. Alle drei Institute bewerten die Titel mit "Marktgewichten", "Neutral" oder "Hold". Vontobel nennt ein Kursziel von 115 CHF und will dieses überprüfen; Helvea sieht die Aktie bei 155 CHF.
rt/uh

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