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ESSEN/MADRID (awp international) - Die Übernahme des deutschen Bauriesen Hochtief läuft für den spanische ACS-Konzern nach Plan. Nach dem Ende der letzten Umtauschfrist haben Hochtief-Aktionäre ACS 4,34 Prozent ihrer Aktien angeboten. Sie erhalten für fünf Hochtief-Papiere neun Aktien am spanischen Konkurrenten. Damit könne ACS seinen Anteil an Hochtief auf 31,59 Prozent steigern, teilte der in Madrid ansässige Konzern am Freitag schriftlich mit. Die IG Bau sieht kaum noch Chancen für Hochtief, die Übernahme zu verhindern.
Nach der ersten Umtauschfrist Ende Dezember lag das Angebot erst knapp über 30 Prozent. Wenn die Aktionäre nicht noch innerhalb von sieben Bankarbeitstagen einen Rückzieher machen, wäre der Weg zur Mehrheitsübernahme für ACS ohne weitere aktienrechtliche Auflagen frei. Am 3. Februar wollen die Spanier das Endergebnis der Umtauschaktion bekanntgeben.
Nach Überschreiten der 30-Prozent-Hürde kann ACS weitere Hochtief- Aktien bis zur angestrebten Mehrheit zukaufen. Hochtief mit der australischen Ertragsperle Leighton ist im Abwehrkampf aber noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten.
Hochtief kann noch eine Kapitalerhöhung vornehmen wie schon im Herbst mit dem Einstieg von Katar. Ein weiterer Schritt dieser Art würde den ACS-Anteil wieder unter 30 Prozent drücken. Dann müssten die verschuldeten Spanier einen neuen, vermutlich teureren Anlauf unternehmen. Hochtief könnte auch seine Dienstleistungstochter Concessions in den nächsten Tagen verkaufen und vom Erlös die Aktionäre profitieren lassen. Das könnte dazu führen, dass umtauschwillige Hochtiefaktionäre ihr Angebot an ACS zurücknehmen. Ein Verkauf von Concessions war bereits angekündigt, erfolgt aber wohl tatsächlich erst in den kommenden Monaten.
Ausserdem sucht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) das Verhalten des Finanzinvestors Southeastern bei dem ACS- Übernahmeangebot. Southeastern hat ACS ein grosses Hochtief- Aktienpaket angeboten. Die Aufsicht prüft derzeit, ob es dabei Absprachen gegeben haben könnte.
Der frühere Hochtiefchef und jetzige BDI-Präsident Hans-Peter Keitel wirft ACS vor, dem deutschen Bau-Primus schwer zu schaden. "ACS hat bis heute, soweit mir bekannt ist und was mich nicht wundern würde, kein gemeinsames Geschäftsmodell entwickelt und würde nach meiner persönlichen Meinung bei Hochtief keine Werte schaffen, sondern vernichten", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) dem "Handelsblatt" (Freitag).
Die Kluft zwischen den Hochtief-Betriebsräten und der Gewerkschaft von IG Bau scheint unterdessen überbrückt. Am Freitag legten beide Seiten ihren Streit bei. Der Betriebsrat war empört darüber, dass die Gewerkschaft und ACS an ihm vorbei Abmachungen getroffen hatte. IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel betonte, es sei eine gemeinsame Lösung gefunden worden. Der zuletzt abtrünnige Konzernbetriebsratschef Siegfried Müller bestätigte den Inhalt der Resolution: "Das ist das, was ich auch vertrete." Müller will jetzt mit dem Vorstand über Arbeitsplatzsicherung sprechen.
Wiesehügel rechnet nicht mit einer Zerschlagung des Konzerns. ACS- Manager Angel Altozano habe ihm glaubhaft versichert, dass der Hochtief seine Struktur behalte. Zudem soll der Baubereich vom ACS-Engagement im Energiebereich profitieren./wd/mne/stu/DP/stb

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