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Adecco kauft MPS Group für 1,3 Mrd USD - Anleger sind wenig begeistert (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 20. Oktober 2009 - 14:40 publiziert

Zürich (awp/sda) - Der weltweit führende Arbeitskräftevermittler Adecco expandiert weiter: Er will die auf hochqualifizierte Arbeitskräfte spezialisierte US-amerikanische MPS Group übernehmen und so in diesem lukrativen Geschäftsfeld an die Weltspitze vorstossen.
Adecco offeriert den MPS-Aktionären 13,80 USD je Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 24% auf den Schlusskurs vom Montag, wie Adecco am Dienstag mitteilte. Insgesamt beträgt der Kaufpreis damit rund 1,3 Mrd USD.
Nach Abzug der in der Gesellschaft liegenden liquiden Mittel in Höhe von 84 Mio USD errechne sich ein Gesellschaftswert der MPS von 782 Mio EUR, erklärte Adecco-Finanzchef Dominik de Daniel auf einer Telefonkonferenz. Der grösste Teil des Unternehmenswertes stelle dabei Goodwill dar.
MPS ist spezialisiert auf die Personalvermittlung in den Bereichen Informationstechnologie, Finanzen und Rechnungslegung, Rechtsberatung, Engineering und Gesundheitswesen. Das Unternehmen erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von 1,5 Mrd EUR. Die durchschnittliche Betriebsgewinnmarge gemessen am EBITDA lag in den Jahren 2004 bis 2008 bei 6,3%.
Die Übernahme, die im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden soll, werde Adeccos Position insbesondere in den USA und Kanada sowie Grossbritannien verstärken, teilte Adecco weiter mit. Der Umsatzmix verbessere sich dank dieser Akquisition deutlich: In Zukunft werde fast ein Viertel des Umsatzes im Bereich der Spezialistenvermittlung (Professional Staffing) erwirtschaftet.
WANDELANLEIHE ZUR FINANZIERUNG
Adecco will die Übernahme aus den liquiden Mitteln sowie den bestehenden finanziellen Kapazitäten finanzieren. Trotz der Übernahme soll das "Investment Grade" Rating erhalten bleiben. Dazu lanciert der Personaldienstleister eine Wandelanleihe über maximal 900 Mio CHF mit einer Laufzeit von drei Jahren.
Der Personaldienstleister geht davon aus, dass die Transaktion den adjustierten Gewinn pro Aktie bereits im ersten Jahr nach Abschluss der Akquisition positiv beeinflussen wird. Dies unter Ausklammerung der Amortisationen und Integrationskosten. Im Economic Value Added (EVA) sollte sich die Übernahme innert drei Jahren positiv niederschlagen, so die Einschätzung des Managements.
Durch die Integration der MPS Group erwartet Adecco nach 2 Jahren jährliche Synergiegewinne von 25 Mio EUR. Die Integrationskosten veranschlagt der Personaldienstleister auf rund 25 Mio EUR.
Erst im August hatte Adecco den Kauf des kleineren britischen Konkurrenten Spring Group bekanntgegeben. Diese Akquisition sei erfolgreich abgeschlossen worden. Im letzten Jahr war Adecco noch mit dem Versuch gescheitert, den britischen Konkurrenten Michael Page zu übernehmen.
Laut Adecco-Chef Patrick De Maeseneire sind die grossen Zukäufe für Adecco mit der MPS-Übernahme zunächst abgeschlossen. "Wir glauben, dass wir damit die Basis haben, von der aus wir organisch wachsen können", erklärte De Maeseneire. Der Fokus liege nun auf der Integration der übernommenen Gesellschaften.
Zum Geschäft im dritten Quartal erklärte Adecco, es habe sich im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Die Marktbedingungen hätten sich im Verlauf des Quartals verbessert. Die genauen Zahlen will Adecco am 5. November vorlegen.
BÖRSE REAGIERT SKEPTISCH
Mit Skepsis wurde die MPS-Übernahme an der Börse aufgenommen. Die Adecco-Aktien eröffnete mit 52,75 CHF um 3,4% unter dem Schlusskurs vom Montagabend. Um 14.30 Uhr verlieren die Titel in einem gehaltenen Gesamtmarkt gar 4,5% auf 52,15 CHF.
Unter den Marktbeobachtern wird der Übernahmepreis für die MPS einhellig als hoch bezeichnet.
gab

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