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Zürich (awp) - Das missglückte Griechenland-Abenteuer der Affichage-Gruppe soll an der kommenden Generalversammlung der Gesellschaft aufgearbeitet werden. Dies verlangt eine Aktionärsgruppe um die beiden Vermögensverwalter Max Müller und Antoine Spillmann. Die Gruppe, welche zusammen 5,27% der Stimmen repräsentiert, hat dazu verschiedene Traktandierungsanträge eingereicht.
An einer Medienveranstaltung vom Dienstag in Zürich informierten die Repräsentanten zudem über die gegen verschiedene Verwaltungsratsmitglieder eingereichte Klage in Höhe von 150 Mio CHF und gaben Hintergründe zu den Vorkommnissen, welche zum hohen Verlust in Griechenland geführt haben.
Im Urteil der Aktionärsgruppe stellt die "katastrophale Akquisition" von Affichage in Griechenland einen "buchstäblich haarsträubenden" Fall dar. Für diese fehlgeschlagene Transaktion sei nicht alleine das Management sowie der Verkäufer der griechischen Gesellschaft, sondern insbesondere auch der damalige Verwaltungsrat mitverantwortlich. Dieser habe für das griechische Geschäft mehrere aufeinander folgende Investitionen von insgesamt 150 Mio CHF bewilligt, ohne dafür einen zuverlässigen Investitionen- oder Business Plan zu verlangen, führen Max Müller und Antoine Spillmann aus und unterlegen ihre Behauptungen mit Kopien verschiedener Vertragsdokumente sowie Auszügen aus einer von PWC erstellten Due Diligence. Ebenfalls vorgelegt wurden vordatierte Checks, mit welchen das Jahresergebnis 2008 von Affichage Hellas nachträglich in die Gewinnzone gebracht worden sei.
Die Aktionärsgruppe verlangt deshalb an der am 26. Mai stattfinden Generalversammlung die Abwahl von Verwaltungsrat Markus Scheidegger und die Nicht-Wiederwahl der Verwaltungsräte Jean-Francois Decaux, Paul-Henry Binz und Klaus Hug. Alle diese Personen hätten der Investition in Griechenland und weiteren Auslandengagements der Affichage zugestimmt, begründet die Gruppe das Begehren.
An ihrer Stelle schlägt die Gruppe die Verlagsfachfrau Franziska von Weissenfluh Stäheli, die beiden Restrukturierer Jürg Müller und Claude Piccot sowie den bisherigen Gilles Samyn als Verwaltungsräte vor. Eine weitere Person, welche Minderheitsaktionäre vertreten soll, werde zu einem späteren Zeitpunkt benannt.
In einem weiteren Traktandum verlangt die Gruppe mittels eines Katalogs von 52 Fragen detailliert Auskunft über die Transaktion in Griechenland an sich sowie die Corporate Governance zu diesem Geschäft. Für den Fall, dass die Fragen nach Auffassung der Aktionäre ungenügend beantwortet werden, beantragt die Aktionärsgruppe, dass die Generalversammlung einen Sonderprüfer einsetzt.
Eine solche Sonderprüfung sei gerechtfertigt, da die Auslandsaktivitäten von Affichage durch mangelnde finanzielle und kaufmännische Sorgfalt, um nicht zu sagen durch Nachlässigkeit gekennzeichnet waren, schreibt die Aktionärsgruppe. Mit diesem Verhalten sei eindeutig gegen die Good Governance-Regeln des Unternehmens verstossen worden. Die Gruppe untermauert diese Vorwürfe mit einer Vielzahl von Dokumenten zur Griechenlandtranskation, welche den Medien vorgestellt und zum Teil auf einer eigens dafür eingerichteten Website (www.affn.ch) abrufbar sind. Die gesammelten Informationen stammten unter anderem von den beiden ehemaligen Geschäftsführern der Affichage Hellas.
Die Vertreter der Aktionärsgruppe rechnen sich dank der auch für die beiden Grossaktionäre JC Decaux (30% Anteil) und Albert Frère (25,3% Anteil) geltenden Stimmrechtsbeschränkung von 5% durchaus gute Chancen aus, an der Generalversammlung mit ihren Forderungen durchzukommen. Gespräche mit verschiedenen Investoren seien im Gang und Unterstützung von verschiedener Seite signalisiert. Für den Beschluss einer Sonderprüfung brauche es zudem nur 10% der Stimmen. Die Vertreter der Gruppe zeigten sich auf Nachfrage sehr zuversichtlich, die entsprechende Anzahl Stimmen hinter sich zu haben.
Neben den Traktandierungsbegehren hat die Gruppe, wie bereits bekannt, in Genf Klage gegen verschiedene Mitglieder des Verwaltungsrat eingereicht. Die Klage, welche im Namen der Affichage eingereicht worden ist, richte sich gegen die beiden amtierenden Affichage-Verwaltungsräte Jean-Francois Decaux (VRP) und Klaus Hug, die ehemaligen Verwaltungsräte Georges Gagnebin, Jean-Claude Marchand und Christian Kauter sowie gegen die vormalige Chefin des Affichage-Auslandsgeschäftes Madeleine Linter.
Affichage selbst hat bislang einzig gegen Madeleine Linter Klage eingereicht.
In der ganzen Affäre stelle sich insbesondere die Frage, warum Jean-Francois Decaux als Vertreter des gewichtigsten Affichage-Aktionärs JC Decaux und profunder Kenner des Plakat-Geschäftes der Griechenland-Transaktion zugestimmt habe, so die Vertreter der Gruppe. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die JC Decaux-Gruppe einen Kauf der griechischen Gesellschaft Alma Atermon selbst geprüft und verworfen habe.
Als eine mögliche Erklärung führt die Aktionärsgruppe an, dass Jean-Francois Decaux im Wissen um den Zustand der griechischen Gesellschaft damit den damaligen Delegierten des Verwaltungsrates und CEO Christian Kauter ins Messer laufen lassen und damit als Nachfolger von Klaus Hug im Verwaltungsratspräsidium verhindern wollte. Dies sei allerdings nur als eine mögliche Erklärung zu verstehen, andere seien ebenfalls denkbar, so die Vertreter der Gruppe weiter.
Affichage selbst kommentiert die Anschuldigungen sowie die Ausführungen der Aktionärsgruppe nicht, wie ein Sprecher der Affichage-Holding gegenüber AWP erklärte.
gab/cc

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