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Zürich (awp/sda) - Der Bau- und Industriezulieferer AFG Arbonia Forster ist im Rezessionsjahr 2009 heftig durchgeschüttelt worden. Firmenpatron Edgar Oehler ist zwar stolz darüber, wie der Konzern die Krise meistert. Mit einem Minus von 22,5 Mio CHF fiel das Resultat aber tiefrot aus.
Hauptgrund für den Konzernverlust sind hohe Wertberichtigungen: So wurden auf der britischen Duschkabinen-Herstellerin Aqualux 15,5 Mio CHF und auf der STI Hartchrom sogar 18,2 Mio CHF abgeschrieben. Beide Unternehmen hatte die AFG 2007 gekauft.
Die schnelle Expansion rächt sich auch bei der Finanzierung des Thurgauer Konzerns: Anfang 2009 belief sich die Verschuldung von AFG auf netto 441 Mio CHF. Im Lauf des Jahres konnte sie zwar auf 239 Mio CHF reduziert werden, die Schulden belaufen sich aber immer noch auf rund einen Fünftel des Jahresumsatzes.
Wegen ihren finanziellen Problemen hat die AFG vor einem Jahr zudem eine Kapitalerhöhung durchführen müssen, welche rund 113 Mio CHF in die Kassen spülte. Die Rückzahlung der dieses Jahr fälligen Anleihe, bei der noch 102 Mio CHF ausstehend sind, ist gemäss AFG-Finanzchef Felix Bodmer gesichert.
Im Weiteren blieben dem Konzern für die in zwei respektive drei Jahren fällig werdenden Finanzverbindlichkeiten ausreichend Zeit für eine Umschuldung. Die alles andere als komfortable Situation der Gruppe schlägt sich zudem in einer weiterhin tiefen Investitionstätigkeit und den Verzicht auf eine Dividende nieder.
NUR ZWEI PROFITABLE SPARTEN
Wieder Spielraum bekommen würde die Gruppe durch einen besseren Geschäftsgang. Der Konzern beansprucht für sich, sich in einem sehr anspruchsvollen Marktumfeld gut geschlagen zu haben. Das Ergebnis wurde allerdings nicht nur durch die eingebrochene Nachfrage getrübt, auch bei der Profitabilität besteht Handlungsbedarf.
Der Umsatz sank wie bereits bekanntgegeben um 11,9 Prozent auf 1,384 Mrd CHF, der Betriebsgewinn (EBIT) beläuft sich auf 7,7 Mio CHF . Werden die Millionenabschreiber ausgeklammert, resultiert ein operativer Gewinn von 43 Mio CHF, was im Vergleich zu den 86,6 Mio CHF von 2008 immer noch bescheiden ist.
Froh sein kann Arbonia Forster insbesondere über seine Heimmärkte Deutschland und die Schweiz. Dort blieben die Umsätze ziemlich stabil respektive stiegen sogar leicht, derweil die Nachfrage in Russland, Polen, Grossbritannien und Italien serbelte.
Von den fünf Geschäftssparten weisen nur gerade zwei einen Vorsteuergewinn aus, und zwar der Heiztechnik- und Sanitärbereich sowie das Fenster- und Türengeschäft. Auf keinen grünen Zweig kommt die AFG dagegen mit ihrer Küchensparte, zu der die Marken Piatti und Forster sowie die ehemalige Küchenabteilung von Miele gehören.
Wegen der Krise vollauf in die Verlustzone gerutscht sind die beiden Technologiesparten Stahltechnik und Oberflächenbeschichtungen.
BESCHRÄNKUNG GILT NICHT FÜR OEHLER
Wie schnell Firmenpatron Edgar Oehler seine Arbonia Forster Gruppe tatsächlich in andere Hände legen wird, ist weiterhin offen. Vor rund einem Jahr gab der Konzernchef und Verwaltungsratspräsident bekannt, seine Kontrollmehrheit aufzugeben und die Suche nach einem Nachfolger für den Chefsessel einzuleiten.
Am Dienstag sagte Oehler nun, dass die Suche nach einem neuen Konzernchef sich schwierig gestalte. "Wir haben die Suche aber noch nicht aufgegeben." Nicht zuletzt im Hinblick auf einen neuen Konzernchef wurde ein Umbau der Konzernstruktur beschlossen.
Seinen Einfluss auf den Konzern weiterhin ausüben wird Oehler zudem über sein Aktienpaket, das rund 20 Prozent an der AFG umfasst. An der Generalversammlung im April gibt er mit der Einführung der Einheitsaktie zwar die Mehrheit der Aktienstimmen ab.
Da er sich als einziger aber nicht an die geplante Stimmrechtsbeschränkung von 5 Prozent wird halten müssen, dürfte er selbst nach dem Chefwechsel der starke Mann der AFG bleiben.
ch

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