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PARIS/LONDON (awp international) ? Belastet von neuerlichen Sorgen um die Euro-Schuldenkrise sind die wichtigsten europäischen Börsen am Montag deutlich ins Minus gerutscht. Die Risikofreude sei vor mehreren Emissionen von Staatsanleihen in dieser Woche zurückgegangen, hiess es am Markt. Unter anderem will das hoch verschuldete Portugal Mitte der Woche Anleihen platzieren. Auf das Land wächst zudem der Druck, doch unter den europäischen Rettungsschirm zu schlüpfen. Jenseits der Schuldenkrise verwiesen Marktteilnehmer darauf, dass viele Anleger den Start der US-Berichtssaison am späten Montagabend abwarteten. Los geht es traditionell mit der Zahlenvorlage des Aluminiumkonzerns Alcoa nach dem Handelsschluss in New York.
Der EuroStoxx 50 sackte um 1,69 Prozent auf 2.760,88 Punkte ab, alle Stoxx 600-Branchenindizes schlossen mit Verlusten. In Paris büsste der CAC-40 1,64 Prozent auf 3.802,03 Punkte ein und in London sank der FTSE 100 um 0,47 Prozent auf 5.956,30 Punkte.
Angesichts der Ängste um die Finanzlage in der Eurozone zählten Bankenwerte zu den grossen Verlierern. Der Stoxx 600 dieser Titel war mit einem Verlust von 1,91 Prozent der schwächste Branchenindex. Das grösste Minus im Eurostoxx 50 verbuchten mit minus 5,69 Prozent auf 1,891 Euro die Titel der italienischen Bank Intesa SanPaolo . Für die Papiere der französischen Societe Generale ging es um 3,79 Prozent auf 39,330 Euro nach unten. Die Titel der Credit Agricole , die um 2,90 Prozent auf 9,399 Euro nachgaben, wurden zusätzlich von einem Bericht der "Financial Times" belastet. Das Blatt hatte geschrieben, dass das Finanzinstitut mit am stärksten von neu eingeführten Abgaben in mehreren europäischen Ländern belastet werde.
Die Fluggesellschaft Air France-KLM hatte aufgrund des winterlichen Wetters im Dezember einen Passagierrückgang hinnehmen müssen. Die Zahl der Fluggäste war im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent auf 5,4 Millionen zurückgegangen. Air France-KLM bezifferte den Umsatzausfall auf rund 70 Millionen Euro. Den Titeln der Airline brockte das ein Minus von 2,50 Prozent auf 14,625 Euro ein.
Auf der Verliererseite standen auch die Aktien von Sanofi-Aventis mit einem Abschlag von 1,70 Prozent auf 48,905 Euro. Der französische Pharmakonzern verhandelt mittlerweile direkt mit der US-Biotechfirma Genzyme über eine Übernahme. In den Gesprächen soll es unter anderem um eine Bewertung des Genzyme-Medikaments Lemtrada gehen. Hierbei lägen die Positionen weit auseinander, hiess es von Beobachtern.
Die Papiere von Danicso , einem dänischen Hersteller von Lebensmittel-Zusatzstoffen, sprangen nach einem Übernahmeangebot des US-Chemiekonzerns DuPont um beeindruckende 24,50 Prozent auf 659,862 Dänische Kronen nach oben. Dupont will Danisco für 6,3 Milliarden US-Dollar übernehmen, wobei sich das Angebot aus einer Bar-Offerte in Höhe von 5,8 Milliarden Dollar und der Übernahme von Schulden in Höhe von 500 Millionen Dollar zusammensetzen soll.
Ebenfalls gegen den Gesamtmarkt klar im Plus zeigten sich die Titel des britischen Medizintechnik-Herstellers Smith & Nephew , die sich um 9,54 Prozent auf 724,330 Britische Pence verteuerten. Börsianer nannten in diesem Zusammenhang Berichte, wonach der Konzern ein Übernahmeangebot von Johnson & Johnson erhalten und abgelehnt habe. Angeblich sollen die Amerikaner rund 7 Milliarden Pfund geboten haben./chs/he

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