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AKTIEN FRANKFURT: Dax fällt zurück - Aktienexperte: 'Der Markt steht still'

FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Donnerstag seine Auftaktgewinne nicht verteidigen können und ist ins Minus gedreht. Laut Herbert Perus, Leiter des Aktienteams bei Raiffeisen Capital Management in Wien, erlebt der europäische Aktienmarkt derzeit einen "Käufer- und Verkäuferstreik". Schuld daran seien die Sorgen um die Finanzkrise im Euroraum. Der Dax fiel am Mittag um 0,32 Prozent auf 7.148,32 Punkte zurück. Der MDax der mittelgrossen Werte notierte zuletzt bei 10.643,33 Punkten und damit um 0,10 Prozent höher. Der TecDax verlor 0,39 Prozent auf 894,83 Punkte.
Am deutschen sowie den übrigen europäischen Aktienmärkten herrsche derzeit Stillstand, sagte Perus. Ein Blick auf die Umsätze mache das deutlich. Dabei könne die Lage aus Sicht der Unternehmen derzeit kaum besser sein.
COMMERZBANK ERHOLEN SICH WEITER
Gegen den schwächeren Dax-Trend konnten sich die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 1,34 Prozent auf 3,252 Euro erfolgreich stemmen. Die Bezugsrechte gewannen derweil 3,68 Prozent auf 0,986 Euro. Die Papiere berechtigen im Verhältnis 11 zu 10 zum Bezug der neuen Bankaktien zu 2,18 Euro und werden noch bis zum 6. Juni gehandelt. Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) empfiehlt Commerzbank-Aktien jetzt zum Kauf, nachdem er bislang mit "Hold" votiert hatte. Die Verwässerung durch die Kapitalerhöhung sei mehr als eingepreist und die Bewertung der Aktien liege deutlich über dem Branchendurchschnitt. Sein Kursziel passte er von 4,70 auf 4,00 Euro an.
Am Dax-Ende konkurrierten die Aktien von Bayer und BMW um den letzten Platz. Bayer gaben um 1,42 Prozent auf 54,96 Euro nach. Die UBS-Analystin Karen Olney hatte ihre Kaufempfehlung für Bayer gestrichen und stuft die Papiere des Chemie- und Pharmakonzerns nunmehr mit "Neutral" ein. Sie begründete dies mit der Bewertung und einer kurzfristig eher wenig positiven Nachrichtenlage für den Blockbusterkandidaten Xarelto, zu dessen Konkurrenten Apixaban von Pfizer Anfang Juni Daten anstünden. Bei BMW äusserte sich Morgan Stanley kritisch zu den weiteren Wachstumschancen und senkte das Kursziel für die Münchener. Die Titel fielen um 1,63 Prozent auf 59,76 Euro.
Die Aktien der Deutschen Bank traten mit minus 0,01 Prozent am Tag der Hauptversammlung auf der Stelle. Die Titel der Deutschen Post und von SAP lagen indes nur optisch klar im Minus, sie wurden ex Dividende gehandelt.
Im Einklang mit dem Dax drehten die beiden Versorger-Aktien von Eon und RWE ins Minus und gaben zuletzt 0,35 beziehungsweise 0,22 Prozent ab. Die Diskussion um die Zukunft der Brennelementesteuer rückte die beiden Werte in den Fokus. Während CSU-Chef Horst Seehofer der "Süddeutschen Zeitung" erklärte, die Steuer sei seiner Meinung nach vom Tisch, sprach sich Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin gegen eine Abschaffung der Atomsteuer aus.
KLÖCKNER ERHÖHT KAPITAL FRÜHER ALS ERWARTET
Die Aktien von Klöckner & Co. verteuerten sich nach dem Beschluss der bereits avisierten Kapitalerhöhung um 1,25 Prozent auf 22,225 Euro. Das Volumen der Kapitalmassnahme des Stahlhandelskonzerns liegt bei rund 527 Millionen Euro. Den Erlös will Klöckner für Zukäufe verwenden. Die Kapitalerhöhung komme früher als erwartet, was grundsätzlich zu begrüssen sei, sagte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank.
Im TecDax sicherten sich die Aktien von Singulus Technologies mit plus 6,69 Prozent auf 4,545 Euro den Spitzenplatz. Der Spezialmaschinenbauer hatte nach einem neuen Grossauftrag eine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr bekannt gegeben. Nach drei Jahren mit negativen Ergebnissen will das Unternehmen auch unter dem Strich die Wende schaffen und wieder einen Gewinn erzielen. Den Kursabschlag von mehr als zwei Prozent bei der Software AG begründete ein Händler mit charttechnischen Faktoren./rum/chs
---Von Henrietta Rumberger, dpa-AFX---

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