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FRANKFURT (awp international) - Vor wichtigen US-Unternehmenszahlen hat der Dax am Freitag nur einen Teil seiner Anfangsgewinne behaupten können. Gegen Mittag verzeichnete der deutsche Leitindex noch ein Plus von 0,11 Prozent auf 6.155,97 Punkte. Für den MDax ging es um 0,05 Prozent auf 8.279,34 Punkte nach unten, während der TecDax 0,14 Prozent auf 785,05 Punkte gewann. Händler Norbert Empting von der Schnigge Wertpapierhandelsbank sprach von einem ruhigen Marktgeschehen, in das Quartalsbilanzen und Konjunkturdaten aus den USA später etwas Bewegung bringen könnten.
Am Vortag nach Börsenschluss hatte Google mit seinem Gewinn enttäuscht. Um die spätere Mittagszeit berichtet der US-Mischkonzern General Electric (GE) über das vergangene Quartal. Wegen der breiten Aufstellung des Konzerns gelten die Zahlen als wichtiger Indikator für den weiteren Verlauf der bisher gut gestarteten amerikanischen Berichtssaison. Aus der Bankenbranche geben anschliessend die Bank of America und die Citigroup ihre Quartalsergebnisse bekannt. Am Donnerstag hatte JPMorgan mit einem unerwartet deutlich gestiegenen Gewinn die Messlatte für die Branche hoch gelegt. Zudem dürften am Nachmittag US-Konjunkturdaten wie etwa die Verbraucherpreise bewegen.
BANKEN SCHWÄCHELN: GOLDMAN-STRAFE, SPÄTER US-BANKEN-ZAHLEN
Bereits vor den Zahlen der US-Konkurrenten schwächelten Bankenwerte wie Deutsche Bank und Commerzbank . Händler verwiesen auf eine Rekordstrafe von 550 Millionen Dollar (420 Millionen Euro) für Goldman Sachs , weil die Investmentbank Anleger bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert hat. "Eine halbe Milliarde Dollar ist die höchste Strafe, die die SEC in ihrer Geschichte jemals gegen eine Finanzfirma verhängt hat", sagte der Chefermittler Robert Khuzami von der Börsenaufsicht . Dagegen kommentierte ein Börsianer: "Für manche Banken gibt es immer einen einfachen Ausweg." Am Markt hätten Investoren die Höhe der Strafe lediglich als eine Ohrfeige gesehen. Immerhin verdiene Goldman Sachs mehr als 13 Milliarden Dollar im Jahr. Deutsche-Bank-Titel gehörten mit Abschlägen von 0,79 Prozent auf 48,775 Euro zu den schwächsten Werten im Dax und Aktien der Commerzbank verloren 0,31 Prozent auf 6,364 Euro.
Aktien von Infineon verloren trotz optimistischer Unternehmensaussagen 0,21 Prozent auf 5,114 Euro. Der Halbleiterspezialist glaubt weiterhin an einer längeren Aufschwung, wie Chef Peter Bauer der "Süddeutschen Zeitung" sagte. "Wir erwarten, den Umsatz im nächsten Geschäftsjahr 2010/11 im hohen einstelligen Bereich zu steigern." Zu den Spekulationen, der russischen Mischkonzern Sistema könnte bei Infineon einsteigen, sagte Bauer: "Es gibt keinerlei Gespräche zwischen Infineon und Sistema über eine Beteiligung." Von einem Händler hiess es, der Markt rechne bereits mit einem Umsatzanstieg von sieben Prozent. Unterdessen berichtete der amerikanische Chip-Konzern Advanced Micro Devices (AMD) für das zweite Quartal einen Rückfall in die Verlustzone trotz eines Umsatzanstiegs von 40 Prozent. Allerdings hatten Börsianer einen deutlicheren Verlust befürchtet .
K+S PROFITIEREN VON YARA-ZAHLEN - BERICHT BELASTET VERSORGER
An der Dax-Spitze stiegen K+S-Titel dank guter Zahlen von Yara um 3,11 Prozent auf 39,080 Euro. Der norwegische Düngemittelkonzern überraschte vor allem mit einem höher als erwartet ausgefallenen Gewinn. Dagegen litten Versorgertitel unter einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", dem zufolge die Bundesregierung die deutsche Atomindustrie im Gegenzug für längere Laufzeiten mit einer zusätzlichen Milliardenabgabe belegen will. "Das unterstützt nur unsere ohnehin schon deutlich pessimistischer gewordene Einstellung dem Sektor gegenüber", sagte ein Marktteilnehmer. Eon gaben um 2,66 Prozent auf 22,290 Euro nach und RWE büssten als Schlusslicht 2,91 Prozent auf 53,10 Euro ein.
Metro-Aktien verteuerten sich nach den Zahlen des französischen Wettbewerbers Carrefour um 0,84 Prozent auf 44,220 Euro. Europas grösster Einzelhändler berichtete am Vorabend nach Börsenschluss über eine Umsatzsteigerung im zweiten Quartal. Dabei wurde das Wachstum in erster Linie vom Geschäft in Lateinamerika und Asien getragen. Die Analystenschätzungen konnte Carrefour übertreffen. Laut Börsianern wirkte sich das leicht positiv auf Metro aus. Allerdings sei der deutsche Konzern in Asien und Lateinamerika bei weitem noch nicht so stark präsent wie die Franzosen, hiess es.
DAIMLER PROFITIEREN VON JOINT-VENTURE-GENEHMIGUNG
Daimler-Aktien gewannen 1,31 Prozent auf 43,840 Euro. Der Autobauer erhielt die lang herbeigesehnte Genehmigung für sein Lastwagen-Gemeinschaftsunternehmen in China. "Derzeit gibt es jeden Tag positive Nachrichten aus dem Sektor, den man deshalb auch kaufen sollte", kommentierte Analyst Jürgen Pieper von Metzler. Die Geschäftsentwicklung bei den Autobauern sehe gut aus und "alles, was mit Potenzial in China verbunden ist, ist per se positiv". Titel der Konkurrenz legten ebenfalls zu: Vorzüge von Volkswagen (VW) verteuerten sich um 1,04 Prozent auf 76,61 Euro. Mit plus 0,72 Prozent auf 42,565 Euro fiel der Kursanstieg bei BMW geringer aus. Die Titel hatten schon vortags von einer positiven Studie profitiert. Die Ratingagentur Moody's liess ihre Einstufung für Continental auf "B1", erhöhte den Ausblick jedoch wegen einer stärker als erwarteten Erholung im operativen Geschäft von "Negativ" auf "Stabil". Die Aktien des Autozulieferers gewannen an der MDax-Spitze 1,63 Prozent auf 49,845 Euro./gl/ag
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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