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FRANKFURT (awp international) - Nach den deutlichen Kursaufschlägen der vergangenen Woche hat sich der Dax am Montag kaum verändert gezeigt. Der deutsche Leitindex gewann bis zum Mittag 0,03 Prozent auf 7.181,73 Punkte, nachdem er in der vergangenen Woche insgesamt um satte 3,36 Prozent zugelegt hatte. Der MDax wurde indes von zahlreichen Übernahmegerüchten angetrieben und stieg am Montag um 0,98 Prozent auf 10.593,03 Punkte. Der TecDax legte um 0,11 Prozent auf 939,57 Punkte zu.
Der Markt halte sich "fantastisch" angesichts der Tatsache, dass es weder aus Japan noch mit Blick auf die europäische Schuldenkrise positive Nachrichten gebe, sagte Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser. Die Entwicklung sei auf die "sehr positiven Zahlen" deutscher Unternehmen zurückzuführen. "Liquidität ist nach wie vor vorhanden und Geld sucht Anlage." In einer solchen Situation kämen Anleger an den starken Märkten nicht vorbei - und dazu gehöre Deutschland.
FMC AN DER DAX-SPITZE - POSITIVE NACHRICHTEN AUS DEN USA
Die Spitze des Dax eroberten mit plus 2,24 Prozent auf 49,305 Euro die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) . Börsianern zufolge muss der Dialyse-Spezialist in den USA nicht mehr mit Einschnitten durch die staatliche Krankenkasse Medicare rechnen. Mehrere Analysten betonten, dass dies eindeutig positiv sei. Zudem fasst das Unternehmen nun auch in der Golfregion Fuss. FMC hat Ende März das Management für sechs Dialysekliniken von Abu Dhabi Health Services (SEHA) in Abu Dhabi übernommen.
Zu den schwächsten Dax-Werten zählten hingegen die Titel der Deutschen Börse, die sich um 1,29 Prozent auf 52,13 Euro verbilligten. Analysten hatten sich nach dem angekündigten Konkurrenzangebot der Nasdaq OMX und des Rohstoffbörsenspezialisten ICE für die NYSE Euronext negativ geäussert. Das Risiko, dass die Deutsche Börse nun mit Blick auf eine NYSE-Übernahme Zugeständnisse machen könnte, dürfte eine allzu positive Kursentwicklung der Papiere verhindern, schrieb etwa der Unicredit-Experte Bernd Müller-Geberding. Er stufte die Titel von "Buy" auf "Hold" ab und reduzierte das Kursziel von 65,00 auf 60,00 Euro. Auch die Commerzbank und die UBS hatten ihre Kursziele nach unten geschraubt.
Schlusslicht im Dax waren Commerzbank mit einem Minus von 1,63 Prozent auf 5,378 Euro. Händler sagten, die Titel setzten ihre jüngste Kursschwäche aufgrund der anhaltenden Sorgen vor einer baldigen Kapitalerhöhung der staatlich gestützten Bank fort.
DEUTLICHE KURSBEWEGUNGEN IM MDAX - VOSSLOH AN SPITZE
Vor allem im MDax sorgten Gerüchte um Übernahmen für Bewegung. So kletterten Lanxess um 4,20 Prozent auf 57,010 Euro. Positiv wirkte Börsianern zufolge, dass der belgische Chemiekonzern und Kunststoffhersteller Solvay den französischen Konkurrenten Rhodia übernehmen will. "Es zeigt sich, dass sich das Übernahmekarussell weiterdreht", sagte Analyst Lars Hettche vom Bankhaus Metzler. Zudem hatte das Anlegermagazin "Platow Brief" berichtet, dass Lanxess selbst für mehrere Unternehmen ein attraktives Übernahmeziel sei.
Auch die Titel von Vossloh konnten von Übernahmespekulationen profitieren: Sie kletterten an der MDax-Spitze um 6,37 Prozent auf 102,50 Euro. Heinz Herrmann Thiele, Eigentümer und Ex-Chef des Technologiekonzerns Knorr-Bremse, hält mittlerweile fast zehn Prozent an dem Bahnzuliefer, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise berichtet. Der Milliardär könnte noch mehr Anteile kaufen, habe es weiter geheissen. Dies heize die Gerüchte an, sagte ein Börsianer.
Darüber hinaus legten die Titel von Stada um 4,51 Prozent auf 28,600 Euro zu. Ihnen kam ein positiver Kommentar von Merrill Lynch zugute. Die US-Bank hatte die Papiere von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 29,00 auf 34,00 Euro angehoben. Börsianer verwiesen zudem darauf, dass auch Stada zuletzt immer wieder als möglicher Übernahmekandidat angesehen worden sei./chs/gl

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