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FRANKFURT (awp international) - In Erwartung einer Kurserholung an der Wall Street hat der deutsche Aktienmarkt seine Verluste deutlich eingedämmt. Der in Sorge um die Unruhen in Ägypten zunächst um knapp ein Prozent abgerutschte Dax büsste am Nachmittag noch 0,04 Prozent ein auf 7.100,24 Punkte. Auch der TecDax erholte sich von seinen Auftaktverlusten und gab nur noch 0,05 Prozent nach auf 867,54 Punkte. Der MDax sank derweil noch um 0,68 Prozent auf 10.165,23 Punkte.
Marktteilnehmern zufolge bleibt der Handel aber sehr nervös und sensibel für politische Nachrichten. "Nordafrika ist zu einer Brutstätte sozialer Unruhen geworden", sagt Marktanalyst David Buik von BGC Partners in London. Ägypten gleiche einem "brodelnden Vulkan", die Entwicklung sei entmutigend. Für die Märkte sei es nicht gerade förderlich, wenn die Lage in mehreren ölproduzierenden Staaten unsicher erscheine. Die Daten zu den Ausgaben und Einnahmen der privaten US-Haushalte gaben zuletzt kaum Impulse.
LEONI BELASTET PRODUKTION IN DER REGION - AUTOWERTE LEIDEN AUCH UNTER UNRUHE
Einige Unternehmen gerieten wegen ihrer Verbindungen zum Nahen Osten besonders in den Fokus. So rutschten Aktien von Leoni im MDax um 2,38 Prozent auf 31,650 Euro. Händler begründeten das damit, dass der Konzern dort Produktionsstätten unterhält. Nach Angaben des Analysten Marc-Rene Tonn von Warburg Research ist Tunesien für Leoni der wichtigste Produktionsstandort für Kabelbäume. Produziert wird aber auch in Ägypten.
Auch Automobilwerte gehörten zum Wochenauftakt zu den grössten Verlierern, die Papiere von Daimler führten die schwache Branche mit minus 1,37 Prozent auf 54,050 Euro an. Die Anleger fürchteten, dass die Unruhen in Ägypten den globalen Welthandel in Mitleidenschaft ziehen könnten, meinte Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler.
WACKER CHEMIE MIT VORLÄUFIGEN ZAHLEN - FRESENIUS STÄMME MIT POSITIVEM DAX-START
Vorläufige Zahlen von Wacker Chemie standen ebenfalls im Fokus. Der Spezialchemiekonzern und Halbleiter-Zulieferer schloss das vergangene Jahr wie erwartet mit Rekordwerten ab. Gründe sind die rasche Erholung der Wirtschaft vom Krisen-Tief und die robuste Nachfrage in der Solarindustrie. Börsianer sprachen allerdings von einem "gemischten Bericht für 2010". Analyst Harald Gruber von Silvia Quandt Research schrieb in einem ersten Kommentar, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei etwas schlechter als erwartet. Er blieb aber wie auch die Commerzbank-Kollegen bei einer Kaufempfehlung. Wacker-Papiere legten nach schwachem Start zuletzt um 0,26 Prozent zu auf 133,85 Euro.
Nach dem Rechtsformwechsel haben die aus den bislang zwei Aktiengattungen verschmolzenen Stammaktien von Fresenius an diesem Montag einen erfolgreichen ersten Handelstag im Dax hingelegt. Sie kletterten mit einem Plus von 1,66 Prozent auf 63,160 Euro an die Leitindex-Spitze. Mit der Eintragung der Beschlussfassungen der Hauptversammlung 2010 wurden alle Stammaktien der Fresenius SE zu stimmberechtigten Stammaktien der Fresenius SE & Co. KGaA. Zugleich wurden sämtliche stimmrechtslosen Vorzugsaktien der Fresenius SE obligatorisch in stimmberechtigte Stammaktien der Fresenius SE & Co. KGaA umgewandelt.
MERCK KGAA PROFITIEREN VON 'FTD'-BERICHT
Papiere der Merck KGaA profitierten mit plus 0,97 Prozent auf 62,54 Euro von einem Pressebericht. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, ist der Pharma- und Chemiekonzern "plötzlich offen für einen Verkauf der Sparte für Verbraucherprodukte". Entschlösse sich Merck zum Verkauf, würde der Konzern voll ins Risiko gehen und sich auf das Geschäft mit forschungsintensiven und patentgeschützten Präparaten konzentrieren, so die Zeitung. Ein Händler sagte: "Die Geschichte taucht immer mal wieder auf. Die Trennung ist eine Forderung von Analysten für eine Neubewertung." Er hielt bereits eine überdurchschnittliche Kursentwicklung für möglich./ag/la

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