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AKTIEN FRANKFURT: Dax wieder im Minus - Auch Ifo-Index wirkt nur kurz

Dieser Inhalt wurde am 21. Mai 2010 - 13:24 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die deutschen Standardwerte haben am Freitag an ihren Abwärtstrend angeknüpft. Nach einer kurzen Kurserholung dank eines positiv aufgenommenen Ifo-Geschäftsklimaindex baute der Dax seine Verluste wieder aus und verlor 1,00 Prozent auf 5.809,08 Punkte. Der MDax verlor 0,45 Prozent auf 7.739,97 Punkte, nur der TecDax stieg um 0,20 Prozent auf 724,70 Zähler. Die Börse schaue schon auf die nächsten Themen, sagte Ascan Iredi, Leiter Aktienhandel bei der Postbank. Dazu gehöre die Frage, ob eine Finanztransaktionssteuer komme. Negativ dürfte auch gewirkt haben, dass die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone und in Deutschland gesunken waren.
Im Blick waren zum Wochenschluss Aktien des Chipherstellers Infineon Technologies , sie legten um 0,04 Prozent auf 4,637 Euro zu. Händler verwiesen auf einen Bericht, wonach das Unternehmen nach Angaben von Vorstandssprecher Peter Bauer kein Übernahmekandidat sei - obwohl Infineon einer der kleineren Akteure auf dem Markt sei.
Zu den grössten Verlierern im Dax gehörten mit einem Minus von 2,61 Prozent auf 37,495 Euro dagegen Papiere von K+S . Die Einschätzung für die Aktien des Düngemittelherstellers war von Cheuvreux von "Outperform" auf "Underperform" gesenkt worden, zudem war das Kursziel von 62 auf 35 Euro reduziert worden.
Adidas-Papiere kletterten dank starker Zahlen eines US-Konkurrenten und positiv aufgenommener Unternehmensaussagen um 1,30 Prozent auf 39,760 Euro. Foot Locker hatte nach Handelsschluss an der Wall Street einen Gewinnsprung für das erste Quartal gemeldet und damit die Markterwartungen übertroffen. Auch der Umsatz hatte positiv überrascht. Nach Meinung von Händlern wirkte zudem ein Interview von Adidas-Chef Herbert Hainer stützend. Dieser habe von einem "sehr guten" Start ins laufende Jahr gesprochen und erwarte für das zweite Halbjahr steigende Umsätze in China.
Im MDax verloren Papiere von Lanxess nach der Veröffentlichung zweier gegensätzlicher Studien 2,06 Prozent auf 31,180 Euro. Während Morgan Stanley das Kursziel für die Titel des Chemieunternehmens von 37 auf 43 Euro anhob und bei der Empfehlung "Overweight" blieb, stufte Merrill Lynch sie von "Neutral" auf "Underperform" ab und senkte das Ziel von 36 auf 28 Euro. Ein Händler verwies darauf, dass eine Abstufung stärker wirke, zumal Lanxess nach der zuletzt guten Kursentwicklung im schwachen Markt besonders unter Gewinnmitnahmen litten.
Nach Anfangsverlusten drehten derweil Aktien der Aareal Bank ins Plus. Sie gewannen 1,20 Prozent auf 13,925 Euro. Marktteilnehmer erwähnten in diesem Zusammenhang einen Bericht des "Platow Brief", wonach der Immobilienfinanzierer nicht länger an der WestLB-Tochter WestImmo interessiert ist.
An der Spitze des Index für mittelgrosse Werte lagen Papiere von Demag Cranes mit einem Aufschlag von 5,10 Prozent auf 24,750 Euro. Zuvor war bekannt geworden, dass Cevian Capital II Master Fund LP einen Anteil von zehn Prozent an dem Kranbauer erworben hat. Händler werteten den Einstieg als durchweg positiv, vor allem weil Cevian mitgeteilt haben soll, den Kurs des Managements zu unterstützen. Ein Börsianer verwies obendrein auf den Ruf der Firma, sich auf unterbewertete Unternehmen zu fokussieren.
Im TecDax gewannen Aktien des Minicomputer-Herstellers Kontron 2,17 Prozent auf 6,539 Euro und zählten damit zu den grössten Gewinnern. Am Vorabend hatte das Unternehmen mitgeteilt, seine Position in den USA durch den Zukauf der US-amerikanischen AP Labs-Gruppe ausgebaut zu haben. Nach Meinung von Börsianern gilt AP Labs als einer der führenden Systemintegratoren in den Bereichen Verteidigung sowie Luft- und Raumfahrt. Der Kaufpreis soll zwischen 30 Millionen bis 42 Millionen Dollar liegen, abhängig von zukünftigen Ergebnissen.
Um 1,35 Prozent auf 10,125 Euro zulegen konnten auch Papiere von United Internet . Das Unternehmen will die Deutsche Post in ihrem Kerngeschäft mit Briefen angreifen. Das Internetunternehmen plant zeitgleich mit dem Start des Onlinebriefs der Post im Sommer grossflächig den Versand von Hybridbriefen über alternative Briefdienste, sagte United-Internet-Vorstand Jan Oetjen der "Financial Times Deutschland". Hybridbriefe sind Schreiben, die vom Absender digital an einen Dienstleister übermittelt, ausgedruckt und als Papierbrief zugestellt werden. Post-Aktien büssten 0,30 Prozent ein.
Mit 2,05 Prozent im Plus bei 5,080 Euro lagen Aktien von Q-Cells . Die Citigroup senkte zwar ihr Kursziel von 10,00 auf 7,00 Euro, liegt damit aber weiter deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Die Einstufung für die Titel des Solarzellenherstellers blieb auf "Hold". Eine deutlich überdurchschnittliche Kursentwicklung sei angesichts der Risiken in Bezug auf den Gewinnausblick höchst unwahrscheinlich, schrieb Analyst Andrew Benson in einer Studie./chs/ag

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