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AKTIEN FRANKFURT: Fest - Gute Bilanz von Eon und Wall Street stützen

Dieser Inhalt wurde am 11. November 2009 - 12:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch deutlich zugelegt. Der Dax stieg am Mittag um 1,35 Prozent auf 5.688,83 Punkte zu. Am Vortag hatte der Leitindex mit minus 0,12 Prozent laut Händlern "durchgeatmet". Der MDax gewann 1,74 Prozent auf 7.311,64 Zähler, der TecDax stieg um 0,96 Prozent auf 760,07 Punkte.
Die Berichtssaison auf Hochtouren sorgt einem Händler zufolge für viel Gesprächsstoff, das Geschäft bleibe aber ruhig. Womöglich seien viele institutionelle Anleger mit ihren Gewinnen aus der Aufwärtsbewegung seit März bereits zufrieden. Sie zögen sich nun zurück, um nichts zu risikieren. Die Kursgewinne seien vor allem der guten Vorgabe der Wall Street und der Erwartung eines erneut festen Starts der US-Börsen geschuldet. Der Future auf den Dow Jones gewann seit dem Xetra-Schluss am Vortag 1,02 Prozent. Analyst Ben Potter von IG Markets spricht von einer "vorsichtigen Aufwärtsbewegung" an den internationalen Börsen in Richtung ihrer Jahreshochs. Aus seiner Sicht wird die Entwicklung der Stimmung entscheidend dafür, ob diese Widerstandsmarken geknackt werden können. Marktbewegende Konjunkturdaten würden nicht erwartet.
Eon-Aktien legten nach der Bilanzvorlage des Versorgers 1,45 Prozent auf 27,32 Euro. Der grösste deutsche Energiekonzern überraschte mit einer erneuten Erhöhung der erst im Sommer leicht angehobenen Prognose für den bereinigten Konzernüberschuss. Börsianer werteten die Zahlen und vor allem den Ausblick positiv. Analyst Michael Schäfer von Equinet erwartet den Tag über eine positive Kursreaktion. "Die heutigen Ergebnisse sollten die Sorgen über mögliche Dividendenkürzungen dämpfen", so der Experte.
Spitzenwert im Dax waren aber die Stammaktien von Volkswagen (VW) mit plus 3,45 Prozent auf 105,52 Euro. Händlern zufolge holen die Papiere einen Teil ihrer Vortagesverluste in Reaktion auf die überraschende und sehr umfangreiche Platzierung von VW-Vorzügen aus dem Bestand des Emirats Katar wieder auf. Ein Händler sagte: "Die Abschläge am Vortag waren übertrieben." Katar hatte 25 Millionen Vorzüge zu je 60 Euro platziert. VW-Vorzüge, die am Vortag um 15,78 Prozent eingebrochen waren, gewannen 3,07 Prozent auf 62,07 Euro. Daimler legten im Dax 2,22 Prozent zu.
Nach endgültigen Zahlen zum dritten Quartal wurden Henkel-Papiere unverändert bei 32,40 Euro gehandelt. Die grosse Überraschung sei ausgeblieben, allerdings erwartet der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller für das vierte Quartal eine geringere Dynamik im Verbrauchergeschäft. Auf diese vorsichtige Aussage wies auch Commerzbank-Analyst Andreas Riemann hin. "Zusammen mit der jüngst starken Kursentwicklung sehen wir derzeit keine Impulse für die Aktie", sagte er und blieb bei der Empfehlung "Hold".
Belastet von einer negativen Studie büssten K+S am Dax-Ende 1,04 Prozent auf 38,20 Euro ein. Die UBS senkte ihr Kursziel für die Aktien des Düngemittelherstellers von 30 auf 27 Euro und bekräftigte die Verkaufsempfehlung mit "Sell". Der europäische Preis für Pottasche dürfte rapide auf das Niveau der jüngst mit Indien abgeschlossenen Verträge fallen, schrieben die Analysten in der aktuellen Studie. Lufthansa-Titel sackten nach einem Pressebericht über ernste Geldprobleme bei der britischen Lufthansa-Tochter BMI um 0,13 Prozent auf 11,115 Euro ab.
Bei den Technologietiteln rückten Freenet, Centrotherm Photovoltaics und Bechtle in den Fokus. Die Integration von debitel schmälerte den Gewinn des Mobilfunkanbieters Freenet auch im dritten Quartal. Unterm Strich blieb nur noch ein Gewinn von 2,1 Millionen Euro nach plus 140 Millionen im Vorjahr. Börsianer sahen die Bilanz auf den ersten Blick "unter den Erwartungen". Während der Umsatz die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten übertraf, blieben die Gewinnzahlen hinter diesen zurück. Ein Börsianer sagte: "Nach der guten Kursentwicklung rechtfertigt die Bilanz keinen weiteren Kursanstieg." Die Aktien legten um 0,11 Prozent auf 9,23 Euro zu.
Positiv reagierten die Papiere von Centrotherm mit plus 7,88 Prozent auf 34,22 Euro auf die Bilanz des Photovoltaik-Zulieferers. Der Konzern setzte zwar in den ersten neun Monaten seinen Wachstumskurs fort, wegen eines schwächeren dritten Quartals verfehlte die im TecDax notierte Gesellschaft aber die Erwartungen der Analysten leicht. Angesichts der angespannten Lage in der Solarbranche kämpft Centrotherm mit einem schwachen Auftragseingang. Ein Börsianer verwies aber auf den bekräftigten Ausblick, der nach den Prognosesenkungen anderer Solarkonzerne sehr positiv wirke.
Der IT-Dienstleister Bechtle schaffte im dritten Quartal die Wende. "Viele Indikatoren deuten darauf hin, dass die Talsohle durchschritten ist", sagte Firmenchef Thomas Olemotz. Er blicke optimistisch in die Zukunft. Die Zahlen sind besser ausgefallen, als die von dpa-AFX befragten Analysten erwartet hatten. Die Aktie gewann 2,05 Prozent auf 17,96 Euro./fat/gl
--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

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