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AKTIEN FRANKFURT: Fest - positive US-Berichtssaison beflügelt

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2009 - 15:40 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Gestützt auf positive Impulse aus den USA haben die deutschen Aktienindizes am Donnerstag an ihre zum Wochenstart eingeleitete Erholung angeknüpft. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent zu belassen, hatte so gut wie keine Auswirkungen. Der Dax stieg am Nachmittag um 1,24 Prozent auf 5.710,90 Punkte. Damit stand der deutsche Leitindex um 4,44 Prozent über seinem Vorwochenschluss. Der MDax gewann 1,68 Prozent auf 7.466,13 Zähler. Der TecDax stieg um 1,15 Prozent auf 756,50 Punkte.
"Die Märkte reagieren derzeit sehr freundlich auf die Vorgaben aus den USA, die durch die guten Zahlen von Alcoa nochmals verbessert wurden", sagte Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research. Der positive Start der Berichtssaison in den USA, die traditionell von dem Aluminiumkonzern eröffnet wird, lasse auch weitere Kursgewinne an den US-Börsen erwarten. Dabei schiebe Alcoa vor allem frühzyklische Rohstoff- und Industrietitel wieder ganz oben auf die Kauflisten der Börsianer. Allerdings zeigte sich Ruland eher vorsichtig bezüglich der augenblicklichen Lage, insbesondere an den US-Börsen. Die positiven Impulse kämen aus Asien und sollten einen nachhaltigen Boom - ausgehend von China - zeigen. Hiervon profitiere aber Europa stärker als Amerika. Die US-Konjunkturdaten sind laut Ruland etwas besser als erwartet ausgefallen, auch wenn er das nicht überinterpretieren wolle. Die unveränderten Zinsniveaus in Europa stellten auch keine Überraschung dar und bewegten den Markt kaum.
Stahl- und Industriewerte zählten zu den grössten Gewinnern am Markt. ThyssenKrupp hielten sich mit plus 4,08 Prozent auf 23,97 Euro an der Dax-Spitze. Rohstoffwerte waren nicht nur dank der überraschend guten Bilanz von Alcoa, sondern auch aufgrund der steigenden Rohstoffpreise unter den Favoriten, hiess es am Markt. Ein Interview mit Salzgitter-Chef Wolfgang Leese hatte hingegen kaum Einfluss. Leese warnte in der "Financial Times Deutschland" vor zu viel und verfrühter Euphorie im Stahlsektor und sieht keine schnelle Erholung für die Branche: "Wir haben zurzeit nur ein kleines Zwischenhoch, das aus meiner Sicht in etwa bis zum Jahresende andauert." Einem Händler zufolge ist der negative Ton des Interviews nach ähnlichen Aussagen bereits im August nicht neu. Salzgitter-Titel legten angesteckt von der guten Gesamtstimmung 3,16 Prozent auf 68,60 Euro zu.
Angetrieben von positiven Analystenkommentaren legten Henkel um 4,26 Prozent auf 30,60 Euro zu. Börsianer verwiesen auf eine Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley von 30,50 auf 35,00 Euro im Rahmen einer Branchenstudie. Die Analysten rieten Anlegern dazu, Positionen aus Beiersdorf in Henkel umzuschichten. SAP profitierten von einer Studie der Credit Suisse, in der die Anteile an Europas grösstem Softwarekonzern auf die "European Focus List" gesetzt wurde und das Kursziel von 36,50 auf 40,00 Euro angehoben wurde. Die Lizenzpipeline erhole sich und zusammen mit der niedrigeren Kostenstruktur dürfte SAP keine Probleme haben, die Gewinnziele für 2009 zu erreichen. Auch die UBS äusserte sich positiv und hob das Kursziel von 37,50 auf 42,00 Euro.
Die Aktien von Adidas büssten dagegen am Dax-Ende 1,74 Prozent auf 34,52 Euro ein. Die vorzeitige Aufkündigung der Wandelanleihe vom Vortag belaste den Kurs weiterhin, hiess es am Markt. Der Sportartikelhersteller rechnet damit, dass angesichts des aktuellen Kurses seiner Aktien die Inhaber überwiegend oder vollständig ihr Wandlungsrecht ausüben werden. Analyst Tim Burkhardt von der LBBW sieht dies negativ für die Kursentwicklung. "Sollten alle Inhaber ihr Wandlungsrecht voll ausüben, kommen 15,7 Millionen neue, dividendenberechtigte Aktien auf den Markt. Das hat einen verwässernden Effekt auf den Gewinn je Aktie."
Heidelberger Druck-Aktien gewannen 1,41 Prozent auf 7,20 Euro nach einer Einigung zwischen Management und Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau. Der angeschlagene Konzern kann wie geplant tausende Arbeitsplätze streichen. In Deutschland sollen im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende März 2010) insgesamt 1.500 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Ebenfalls im MDax legten Celesio nach einer angekündigten Abschreibung und einer leicht erhöhten EBITDA-Prognose einen Zick-Zack-Kurs aufs Parkett. Zuletzt standen minus 0,38 Prozent auf 18,45 Euro zu Buche.
Vossloh-Aktien weiteten zwar ihre Vortagesverluste um 0,34 Prozent auf 72,50 Euro aus, stabilisierten sich damit aber im Verlauf deutlich, nachdem sie zeitweise ein Tagestief bei 70,29 Euro erreicht hatten. Der Verkehrstechnik-Konzern ging bei der Vergabe eines Grossauftrags vom chinesischen Eisenbahnministerium leer aus. Händler sagten, dass dies die Markterwartungen enttäuscht habe. Entsprechende Marktgerüchte bestätigte ein Sprecher der Sauerländer bereits am Mittwochabend der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Nun wird der Konzern seine mittelfristige Planung dem Sprecher zufolge überdenken./fat/ck
--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

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