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FRANKFURT (awp international) - Die deutschen Aktienindizes sind am Donnerstag um ihr Vortagesniveau gependelt. Der Dax stand am Mittag 0,06 Prozent höher bei 6.265,66 Punkten. Der Leitindex hatte zuletzt durchgeatmet und am Vortag 0,22 Prozent verloren, steht aber noch fast sechs Prozent höher als Ende August. Der MDax mittelgrosser Werte legte 0,11 Prozent auf 8.742,17 Punkte zu. Der TecDax verlor 0,04 Prozent auf 774,65 Punkte.
Das Börsengeschehen werde aktuell insbesondere von Wirtschaftsdaten bestimmt, sagten Börsianer. So habe am Vormittag der überraschende Rückgang der Einzelhandelsumsätze in Grossbritannien wieder die Sorge um ein erneutes Abgleiten der britischen Volkswirtschaft in eine erneute Rezession ("Double Dip") geschürt und den Dax ins Minus gedrückt. Vor einer ganzen Flut wichtiger US-Konjunkturdaten am Nachmittag hielten sich die Anleger ohnehin zurück. Am Nachmittag werden aus den USA die Erzeugerpreise und der Philly-Fed-Index erwartet, der das Geschäftsklima in der Region Philadelphia abbildet. Die Wall Street gab dem Gesamtmarkt unterdessen keine Impulse mit auf den Weg. Allerdings würden einige Einzelwerte durch Nachrichten und Spekulationen am Morgen stark bewegt.
HOCHTIEF AVANCIERT WEGEN ACS ZUM TAGESTHEMA
Hochtief-Aktien wurden von der Erwartung eines Übernahmeangebots des spanischen Grossaktionärs ACS stark bewegt. Zuletzt legte das Papier des Essener Baukonzerns 2,08 Prozent auf 57,48 Euro zu. Die spanische Zeitung "ABC" hatte bereits am Morgen über ein geplantes Gebot für die restlichen Anteile - ACS hält bereits knapp 30 Prozent an Hochtief - berichtet und damit die Hochtief-Aktien auf einen Höhenflug bis 62,22 Euro geschickt. Nun kehrte Ernüchterung ein, sagten Händler, nachdem ACS zwar den Angebotsplan bestätigte, aber lediglich acht eigene Aktien für fünf Hochtief-Papiere bieten will. Auf Basis des aktuellen Kurses errechnet sich daraus ein Wert von 56,48 Euro je Hochtief-Aktie. ACS strebt Analysten zufolge wohl eine "schleichende Kontrollübernahme" und eine spätere Konsolidierung an. Mit der Aktien-Offerte liege das Gebot der Spanier im Bereich des Durchschnittspreises der vergangenen drei Monate und damit am Mindestgebot nach deutschem Recht.
Im Dax kletterten die Anteile am Mischkonzern Siemens mit plus 3,97 Prozent auf 78,80 Euro an die Spitze. Händler verwiesen auf mehrere positive Analystenstimmen und einen Auftrag aus Oman als positive Impulsgeber. Goldman Sachs hat die Aktien auf "Conviction Buy" gehoben und das Kursziel von 120,00 auf 126,00 Euro erhöht. Die Bewertung der Aktien spiegele das Wachstums- und Ausschüttungspotenzial des Mischkonzerns nicht adäquat wider, schrieb Analyst Tim Rothery. Morgan Stanley hob die Aktien auf "Overweight" hoch.
POST VON BERICHT ÜBER FALLENDES BRIEFPORTO BELASTET
Aktien der Deutschen Post büssten dagegen 1,00 Prozent auf 13,320 Euro ein. Postkunden können der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge im kommenden Jahr mit niedrigeren Portopreisen rechnen, so dass der Deutschen Post ein weiterer Rückgang der Einnahmen aus dem Briefgeschäft drohe. "Nach der geltenden Berechnungsformel müssten wir unsere Preise im Durchschnitt sogar senken", zitiert die Zeitung einen Postsprecher. Heino Ruland von Ruland Research sagte: "Erst kürzlich hat die Post Portoerhöhungen gefordert, um dem Wettbewerb von Unternehmen mit niedrigeren Lohnkosten zu begegnen - somit wirkt der Bericht negativ auf den Kurs und das Briefgeschäft dürfte künftig leiden."
Solar Millennium schoss als Aktie aus der dritten Reihe nach Genehmigung eines Kraftwerksprojekts in den USA um 25,52 Prozent auf 20,020 Euro nach oben. Der Kraftwerksbauer erhielt eigenen Aussagen zufolge grünes Licht von der kalifornischen Energiebehörde zum Bau und Betrieb von vier solarthermischen Kraftwerken mit einer geplanten Gesamtleistung von rund 1.000 Megawatt. Ein Händler äusserte sich unterdessen skeptisch./fat/tih

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