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FRANKFURT (awp international) - Hoffnungen auf einen Erfolg im Kampf gegen die Atomkatastrophe in Japan haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag gestützt. Nach dem Kursrutsch der letzten Tage stieg der Dax gegen Mittag um 0,42 Prozent auf 6.540,97 Punkte. Für den MDax ging es um 0,47 Prozent auf 9.610,92 Punkte nach oben, der TecDax gewann 0,48 Prozent auf 858,90 Punkte.
"Die Anleger reagieren derzeit auf alles positiv, was nach einem Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Katastrophe in Japan aussieht", kommentierte Händler Thomas Stengl von der Postbank die aktuelle Marktentwicklung. Am havarierten Kraftwerk von Fukushima konzentrieren sich die Rettungsbemühungen auf den Wasserabwurf aus der Luft und eine Notstromleitung. Armee-Hubschrauber schütteten Tonnen von Wasser auf den Reaktor 3. Sie sollen durch die teilweise eingestürzten Kraftwerksmauern spritzen und so die Reaktor-Druckbehälter kühlen. Für Verunsicherung wiederum hat Börsianern zufolge eine jüngste Meldung gesorgt, wonach die zusätzlich zur Kühlung eines Reaktors in Stellung gebrachten Wasserwerfer angeblich wieder abgezogen worden sein sollen.
SIEMENS UND HEIDELBERGCEMENT SEHR FEST
Konjunktursensible Aktien gehörten zu den grössten Gewinnern im Dax. Sie waren zuletzt angesichts der Atomkatastrophe stark unter Druck geraten. Nun stiegen etwa die Siemens-Titel - auch dank einer positiven Studie - um 2,21 Prozent auf 88,34 Euro. Ein Börsianer verwies auch auf die starke Positionierung im Bereich Alternativer Energien. Somit sollte der Elektrokonzern von dem positiven Schub für den Sektor wegen der Atomkrise in Japan nach dem Erdbeben profitieren.
An der Dax-Spitze kletterten die Titel von HeidelbergCement um 2,74 Prozent auf 45,975 Euro. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Baustoffkonzern weitere Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis an. Positiv wertete Analyst Levon Babalyan von der französischen Investmentbank Cheuvreux, dass HeidelbergCement wegen des Ausbaus des Autobahnnetzes in den USA eine etwas höhere Nachfrage aus Nordamerika erwarte.
LUFTHANSA-AKTIEN LEGEN NUR ETWAS ZU
Die Papiere der Lufthansa aber gaben ihre frühen Gewinne ab und notierten zuletzt mit einem minimalen Minus von 0,04 Prozent auf 13,56 Euro kaum verändert. Die Fluggesellschaft erwartet zwar im laufenden und im kommenden Jahr trotz harter Zeiten einen höheren operativen Gewinn. Cheuvreux-Analyst Loic Sabatier wies aber darauf hin, dass die Airline angesichts der steigenden Kraftstoffpreise vorsichtig bleibe.
Im MDax zählten die Papiere der SGL Group zu den Favoriten, sie kletterten um 2,25 Prozent auf 32,92 Euro. Der Kohlenstoffspezialist erfüllte mit einem kräftigem Umsatz- und Gewinnplus seine Jahresziele 2010 und will im laufenden Jahr deutlich zulegen.
LANXESS NACH ZAHLEN SEHR SCHWACH
Die Eckdaten von Krones zum Geschäftsjahr 2010 fielen einem Händler zufolge etwas besser als gedacht aus. So hätten die Umsätze und die Gewinnkennziffern des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers ein wenig über den durchschnittlichen Markterwartungen gelegen. Die Anteile legten um 0,46 Prozent auf 44,645 Euro zu. Der Spezialchemiekonzern Lanxess liess dank starker Kautschuk- und Kunststoffgeschäfte die Krise 2010 mit einem Rekordergebnis hinter sich. Börsianer aber konnten sich für das Rekordergebnis kaum begeistern. Insgesamt zeige die Bilanz aus ihrer Sicht "Licht und Schatten", sie sei nur uneinheitlich ausgefallen. In der Folge sanken die Aktien um 2,66 Prozent auf 47,80 Euro.
Schliesslich stockt der im TecDax gelistete IT-Dienstleister Bechtle dank des Gewinnsprungs im vergangenen Jahr die Dividende auf. Daraufhin stiegen dessen Aktien um 2,20 Prozent./la/rum
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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