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FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Donnerstag nach zwei Verlusttagen in Folge wieder an seinen positiven Jahresauftakt angeknüpft. Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 1,17 Prozent höher bei 7.020,82 Punkten. Der MDax der mittelgrossen Werte stieg um 0,86 Prozent auf 10.141,48 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,00 Prozent auf 871,72 Punkte bergauf und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2008.
Börsianer sprachen von einem anhaltend dünnen Geschäft wegen des Feiertags in einigen Bundesländern. Nach Daten, denen zufolge sich die Wirtschaftsstimmung und das Geschäftsklima in der Eurozone im Dezember verbessert haben, folgten zuletzt die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Diese sind zwar wieder über die Marke von 400.000, aber trotzdem nicht so stark wie erwartet gestiegen. Die Daten gelten ebenso wie die am Mittwoch veröffentlichten Beschäftigungszahlen für die US-Privatwirtschaft als Indikator für den grossen Arbeitsmarktbericht am Freitag.
PRESSEBERICHT BELASTET COMMERZBANK
Die Aktien der Commerzbank gaben nach einem Pressebericht um 0,59 Prozent auf 5,695 Euro nach. Demzufolge wird die Bundesregierung ihren Anteil an dem staatlich gestützten Institut voraussichtlich länger halten als bisher angenommen. Dies liege an einer Vereinbarung zwischen dem Bankenrettungsfonds Soffin und der Bank, berichtet das "Handelsblatt". Die Vereinbarung sehe vor, dass der Staat auch bei einer möglichen Kapitalerhöhung seine Sperrminorität behalte, so dass ohne sein Einverständnis keine weitreichenden Entscheidungen innerhalb der Bank getroffen werden könnten. "Bisher war erwartet worden, dass der Staat seinen Anteil verwässern oder im Falle einer Kapitalerhöhung reduzieren würde", kommentierte ein Börsianer. "Nun scheint die Bundesregierung ihren Einfluss länger wahren zu wollen als erwartet - das dürfte einigen Leuten nicht gefallen."
Die Siemens-Titel gehörte mit bescheidenen plus 0,15 Prozent auf 90,90 Euro ebenfalls zu den schwächeren Werten. Händler nannten einen Pressebericht als Belastung. Der Finanzchef von Siemens Healthcare, Michael Sen, sagte der "Börsen-Zeitung", die Sparte wolle ihre Kapitaleffizienz verbessern, und er rechne wegen höherer Investitionen im Geschäftsjahr 2010/11 mit einer rückläufigen Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Zudem dürfte Siemens Healthcare mittelfristig nicht schneller wachsen als in den vergangenen Jahren.
PRAKTIKER DREHEN TROTZ UMSATZRÜCKGANG INS PLUS
Für die Anteilsscheine des Salz- und Düngemittelherstellers K+S ging es hingegen um deutlichere 1,02 Prozent auf 56,690 Euro hoch. Börsianer verwiesen auf die aktuelle Glatteisgefahr als Kurstreiber. Zudem kaufe der Finanzinvestor Centaurus beim Konkurrenten Potash One zu, den K+S übernehmen will. Eine Branchenstudie von JPMorgan sorgte für Bewegung bei den Pharmawerten. Die US-Bank war das dritte Jahr in Folge bei ihrer "Underweight"-Empfehlung für den europäischen Pharmasektor geblieben. Die Aktien von Bayer , die die Analystin Alexandra Hauber neben Novartis als ihren "Top Pick" bezeichnet hatte, konnten an der Dax-Spitze um 3,47 Prozent auf 56,070 Euro zulegen. Ihrer Empfehlung, die Titel der Merck KGaA zu meiden, kamen die Anleger prompt nach: Die Aktien verloren 0,20 Prozent auf 60,77 Euro.
Im MDax sorgten Aussagen zum Geschäftsverlauf bei Praktiker nur vormitags für Kursverluste. Dann drehten sie ins Plus und gewannen 1,21 Prozent auf 7,530 Euro. Die Baumarktkette hatte einen Rückgang der Erlöse für das abgelaufene Jahr berichtet und damit zwar die eigene Prognose getroffen, die Markterwartungen aber etwas enttäuscht. Sorgen um einen Umsatzrückgang hatten die Titel allerdings schon am Mittwoch mit mehr als vier Prozent ins Minus gedrückt.
PROSIEBENSAT.1 SEHR FEST NACH GOLDMAN-STUDIE
Die Aktien des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 konnten als MDax-Spitzenreiter um 3,90 Prozent auf 24,105 Euro zulegen. Die US-Bank Goldman Sachs hatte in einer Branchenstudie die schon zuvor zum Kauf empfohlenen Titel auf die "Pan-Europe Conviction Buy List" gesetzt und das Kursziel von 26,00 auf 32,60 Euro angehoben. In der Branche gebe es unter anderem viel Spielraum für wertsteigernde Zukäufe, hiess es./gl/la
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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