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Aktien Frankfurt: Schwach - Sorgen um Ausweitung der EU-Schuldenkrise

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2010 - 14:57 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch im Sog anhaltender Sorgen über die Verschuldung in der Eurozone zum zweiten Mal in Folge Verluste erlitten. Die wichtigsten Indizes konnten ihre zwischenzeitlich herben Verluste am Nachmittag aber etwas einschränken, nachdem die Ratingagentur S&P tags zuvor das Bonitätsrating für Griechenland und Portugal gesenkt und die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt hatte. Der Dax fiel zuletzt noch um 0,38% auf 6.136,36 Punkte. Der MDax gab 0,61% auf 8.292,09 Punkte nach. Der TecDax verlor 1,91% auf 805,44 Punkte.
Ein positiver Grundton in der Berichtssaison hatte der bedrohlichen Haushaltslage in Griechenland und Portugal nichts entgegenzusetzen. Aus Regierungskreisen hiess es, dass die bisher veranschlagten 45 Milliarden Euro an Finanzhilfen möglicherweise nicht ausreichen werden. "Die Märkte sind mit voller Wucht von der Problematik in den angeschlagenen EU-Ländern getroffen worden", sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. In den vergangenen Tagen sei dies "doch etwas unterschätzt" worden. Das zu verarbeiten, dürfte nicht allzu leicht werden und könnte nun weitere Kreise ziehen. Es drohe eine Ausweitung auf die Portfolios der Versicherer und Hypothekenbanken, die ja angeblich ihre Risiken heruntergefahren haben. "Statt Aktien schlummern darin nun möglicherweise auch leidende Anleihen", warnte Jasper.
FINANZWERTE BLEIBEN UNTER DEN VERLIERERN
Mit der sich zuspitzenden Lage in den EU-Staaten führten Finanzwerte die lange Verliererliste im Dax an, kamen aber auch etwas von Ihren Tagestiefs zurück. Die Aktien der Deutschen Bank verloren 0,90% auf 55,85 EUR, waren zwischenzeitlich aber bis auf 50,64 EUR gefallen. Commerzbank fielen um 1,66% auf 6,00 EUR, rutschten zuvor aber bis auf 5,70 EUR ab. Die Papiere der Allianz büssten zuletzt 0,76% ein, die der im MDax gelisteten Postbank-Aktien gingen um 0,17% nach unten.
Im schlechten Marktumfeld gingen erfreuliche Zahlen von Merck gänzlich unter. Die Aktien des Pharmakonzerns gaben 1,74% auf 63,20 EUR ab. Die Erwartungen seien abgesehen von den Umsätzen mit dem Krebsmittel Erbitux sehr deutlich übertroffen worden, der Ausblick liege nach einer angehobenen Prognose für das operative Ergebnis nun im Einklang mit der Markterwartung, sagten Händler. Ähnlich erging es auch den Aktien von Vossloh und SGL , die trotz guter Zahlen zu den Verlieren gehörten.
INFINEON DREHEN INS PLUS
Die Aktien von Infineon litten vorübergehend unter Gewinnmitnahmen, drehten im Tagesverlauf allerdings mit 1,54% ins Plus und waren mit 5,341 EUR bester Wert im Dax. Der Chiphersteller präsentierte überraschend gute Zahlen für das zweiten Quartal und schraubte gleichzeitig seine Prognose für deutlich 2010 nach oben. Auch Aktien von Dialog Semiconductor aus dem TecDax konnten ihre Verluste zuletzt auf 3,24% eingrenzen, nachdem sie um bis zu 14,4% eingebrochen waren. SAP präsentierte gemischte Zahlen, worauf die Aktien mit einem Minus von 1,59% auf 36,265 EUR reagierten.
CONTINENTAL, HEIDELCEMENT UND RHÖN-KLINIKUM FESTER
Im MDax legten Continental , HeidelbergCement und Rhön-Klinikum nach positiven Nachrichten eine Berg- und Talfahrt hin. Der Autozulieferer Continental kehrte im ersten Quartal in die Gewinnzone zurück, was Anleger zuletzt mit einem Anstieg der Papiere um 0,85% auf 42,69 EUR honorierten. Bei HeidelbergCement verhalf eine erfolgreiche Umschuldung letztendlich zu einem Aufschlag von 1,63% auf 46,75 EUR. Rhön-Klinikum profitierten nach anfänglichen Einbussen von einem positiven Analystenkommentar und guten Zahlen. Die Anteilsscheine gehörten mit plus 1,39% zu den wenigen Gewinnern im MDax.
Im TecDax erholten sich Nordex nach dem Erhalt eines neuen Grossauftrags aus China von den anfänglichen Verlusten. Schwache Zahlen des Konkurrenten Vestas hatten zunächst für fallende Kurse gesorgt. Die Aktien des Windkraftanlagenbauers fielen zur Stunde nur im schwachen Gesamtmarkt noch um 1,77% auf 7,750 EUR./th/la
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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