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FRANKFURT (awp international) - Mit Kapitalmassnahmen einiger Unternehmen im Fokus hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder schwächer tendiert. "Der Markt befindet sich in einer Konsolidierungsphase", sagte Fondsmanager Thorsten Winkler von Veritas Investment Trust. Der Dax sank bis zum Nachmittag um 0,86 Prozent auf 7.116,16 Punkte und zeigte dabei kaum Reaktion auf Konjunkturdaten aus den USA. Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es um 0,40 Prozent auf 10.307,17 Punkte nach unten, der Technologieindex TecDax gab um 0,49 Prozent auf 916,66 Punkten nach.
"Die Anleger warten nach der extremen Erholung nach dem Japan-Schock auf weitere Impulse", sagte Winkler. Der Fondsmanager sieht vor allem in den Ergebnissen der anlaufenden Berichtssaison eine mögliche Triebfeder in Richtung des bisherigen Jahreshochs bei 7.441 Punkten. Im Hintergrund lauerten mit der Schuldenkrise, der Katastrophe in Japan und dem Libyen-Konflikt jedoch ungelöste Probleme, die die Stimmung auch jederzeit verhageln können, erklärte der Experte die Zurückhaltung der Anleger.
COBA IM ERSTEN SCHRITT DER KAPITALERHÖHUNG ERFOLGREICH - AAREAL ZIEHT NACH
Die Commerzbank-Aktien blieben nach dem kräftigen Kursrutsch vom Vortag sehr schwankungsfreudig und pendelten zwischen dem Dax-Ende und der Spitze. Zuletzt sanken sie trotz eines erfolgreichen ersten Schritts bei der Mega-Kapitalerhöhung um 1,28 Prozent auf 4,380 Euro. Die Bank sammelte mit der am Vorabend platzierten Pflichtumtauschanleihe (Comen) mehr ein als ursprünglich geplant. Comen werden erst ab Montag auf dem elektronischen Xetra-System gehandelt. Experten reagierten gemischt, bis zur Aktienplatzierung Ende Mai blieben noch viele Fragen offen.
Der ebenfalls mit Steuergeldern unterstützte Immobilienfinanzierer Aareal Bank will seinerseits 269 Millionen Euro einsammeln. Der Erlös wird von den die Kapitalerhöhung begleitenden Banken garantiert. Mit dem Geld will Aareal ihr Wachstum finanzieren und einen weiteren Teil der Staatshilfen zurückzahlen. Die Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin könnten um rund 75 Millionen Euro abgebaut werden. Die Aktie rutschte mit Minus 5,16 Prozent auf 23,045 Euro an das MDax-Ende. Auch die Grammer-Titel drückte eine Kapitalmassnahme mit 1,52 Prozent ins Minus.
PORSCHE NACH KAPITALERHÖHUNG IM PLUS - ISUZU WEIST BERICHT ZU VW ZURÜCK
Besser erging es den Aktien von Porsche , die um 0,77 Prozent auf 44,905 Euro kletterten. Der Sportwagenhersteller hat seine dringend notwendige Kapitalerhöhung erfolgreich über die Bühne gebracht und wie erwartet rund 4,9 Milliarden Euro mehr in der Kasse. Mit dem Geld sollen die Schulden gesenkt werden. Die Inhaber der an der Börse gehandelten Vorzugsaktien griffen dabei beherzt zu. Fast alle Vorzugsaktien seien an die Altaktionäre gegangen. Die Stammaktionäre, die Eignerfamilien Porsche und Piech sowie das Golf-Emirat Katar, hatten ihre Teilnahme ohnehin zugesagt.
Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) hielten sich mit plus 0,04 Prozent stabil auf 111,65 Euro. Der japanische Nutzfahrzeughersteller Isuzu will von einer angeblichen Übernahme durch den deutschen VW-Konzern nichts wissen. Einen Bericht des "Manager Magazins", demzufolge Europas grösster Autobauer einen Einstieg oder eine Übernahme von Isuzu prüft, wies das japanische Unternehmen am Morgen zurück. Ein Volkswagen-Sprecher sagte zuvor lediglich: "Eine Beteiligung steht derzeit nicht zur Entscheidung an." Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz würde Isuzu zwar zu VW passen, der Konzern konzentriere sich aber wohl auf die Integration von Scania/MAN und Porsche. Schwarz rechnet kurzfristig nicht mit einer Transaktion.
STUDIEN BEWEGEN DEUTSCHE BANK, WACKER CHEMIE UND HUGO BOSS
Auch Analystenstudien zeigten ihre Wirkung. So rutschten Papiere der Deutschen Bank um 3,43 Prozent auf 41,225 Euro an das Dax-Ende. Abgesehen von einer generellen Bankenschwäche wurde auf eine Abstufung der Societe Generale verwiesen. Die Experten strichen ihre Kaufempfehlung für den deutschen Branchenprimus. Die Kapitalqualität der europäischen Investmentbanken sei geringer als bei ihren US-Wettbewerbern, schrieb Analyst Sebastien Lemaire in einer Branchenstudie. Die Aktien von Wacker Chemie sanken nach einer negativen Studie von Nomura um 0,65 Prozent auf 161,15 Euro. Analyst Jean De Watteville senkte seine Einstufung für die Chemietitel im Rahmen einer Branchenstudie gar von "Buy" auf "Reduce". Er verwies auf die überdurchschnittlich gute Kursentwicklung.
Eine Kaufempfehlung der UBS gab indes den Aktien von Hugo Boss Auftrieb - sie gewannen 1,14 Prozent auf 61,190 Euro. UBS-Analystin Valentina Romitelli hatte zuvor die Bewertung der Aktie mit einem "Buy"-Votum und einem Kursziel 68,00 Euro aufgenommen. Die Marke habe deutliches Potenzial und das Gewinnwachstum sollte weiter solide bleiben. Die Margen dürften sich ebenfalls weiter verbessern.
WIRECARD NACH ZAHLEN GEFRAGT
Die Wirecard-Titel stiegen nach Zahlen um 1,98 Prozent auf 12,360 Euro. Der Zahlungsabwickler steigerte seinen Überschuss im vergangenen Jahr kräftig. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,10 (Vorjahr: 0,09) Euro je Aktie erhalten. Commerzbank-Analystin Heike Pauls hob vor allem den starken Free Cash Flow positiv hervor. Die weiteren Zahlen seien grösstenteils seit Ende Januar bekannt und lieferten keine neuen Nachrichten./ag/la
--- Von Alexander Gibson, dpa-AFX ---

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