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AKTIEN FRANKFURT: Uneinheitlich - Dax kurz im Plus, MDax, TecDax fester

Dieser Inhalt wurde am 27. November 2009 - 12:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Dem deutschen Aktienmarkt ist am Freitag nach einem schwachen Start bis zum Mittag zumindest zeitweise der Sprung in die Gewinnzone geglückt. Marktteilnehmer sprachen von einer starken Orientierungslosigkeit. Der Dax fiel allerdings dann wieder leicht zurück und gab 0,13 Prozent auf 5.606,91 Zähler ab. Am Vortag hatten Sorgen um die Finanzkraft des arabischen Emirats Dubai den Leitindex um mehr als 3 Prozent gen Süden geschickt. Der MDax rückte um 0,78 Prozent auf 7.116,91 Punkte vor und für den TecDax ging es um 0,70 Prozent auf 774,29 Zähler hoch.
"Die Probleme in Dubai als systemrelevant zu bezeichnen halte ich für übertrieben", sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. Seiner Meinung nach handelt es sich im Fall von Dubai World und den Auswirkungen für das arabische Emirat um Liquiditätsprobleme und nicht primär um Bonitätsprobleme. Ein Analyst sprach indes von einer grossen Orientierungslosigkeit. Börsianer wüssten nicht, wie sie Dubai einschätzen sollen und zudem fehle der "grosse Bruder" Amerika für eine klare Richtung. Die US-Börsen waren am Donnerstag wegen "Thanksgiving" geschlossen und am Freitag ist der Handel verkürzt.
Infineon-Aktien gehörten beispielsweise zu den Werten, die sich sehr schnell von ihren Eröffnungsverlusten erholten und zuletzt an der Dax-Spitze 2,76 Prozent auf 3,16 Euro vorrückten. Infineon-Chef Peter Bauer sagte dem "Handelsblatt", dass er mit drei bis vier positiven Jahren in der Halbleiterbranche rechnet. Marktforscher teilen der Zeitung zufolge diese Ansicht und sehen für das kommende Jahr schon wieder zweistellige Umsatzzuwächse bei den Herstellern. Infineon ist zudem laut Bauer grundsätzlich an Übernahmen interessiert, habe aber nichts Konkretes im Auge. Ein Börsianer bezeichnete das Interview als "langweilig und ohne Kursrelevanz". Die DZ Bank verwies zudem auf positive Aussagen von Finanzvorstand Marco Schröter in einer Telefonkonferenz.
Daneben gehörten die Aktien der Autobauer Volkswagen und BMW klar zu den Favoriten der Anleger. Die Anteilsscheine des Wolfsburger Autobauers stiegen um 2,47 Prozent auf 83,00 Euro. Merrill Lynch hatte am Morgen die "Underweight"-Empfehlung für die Stammaktien von VW bestätigt und das Kursziel von 100 auf 85 Euro gesenkt. Damit lägen die Analysten aber weiter über dem aktuellen Kurs, betonte ein Börsianer, und der Grundton der Analyse lese sich nicht so negativ. Zudem habe das Papier am Vortag schon 6,23 Prozent verloren.
BMW verteuerten sich um 1,84 Prozent auf 31,875 Euro. Händler verwiesen auf eine Erholungsbewegung, nachdem die Titel des Autobauers seit ihrem Hoch Mitte November bis zu über zwölf Prozent verloren hatten. Ins positive Bild passte eine Studie von Equinet, in der das Votum für die Titel von "Reduce" auf "Hold" und das Kursziel von 27 auf 33 Euro angehoben wurde. Am 2. Dezember werde BMW Analysten und Investoren eine Reihe neuer Modelle vorstellen, schrieb Analyst Tim Schuldt. Diese sollten dem Unternehmen helfen, seine Marktanteile auszubauen. Der Analyst hob auch seine Schätzungen für den Gewinn je Aktie der Jahre 2010 und 2011 um deutliche 25 beziehungsweise 32 Prozent an.
Titel von Eon fielen mit einem Abschlag von 0,38 Prozent auf 26,34 Euro etwas stärker als der Gesamtmarkt. Die EU-Kommission geht laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) dem Verdacht wettbewerbswidrigen Verhaltens am Gasmarkt durch den Energiekonzern nach. Die Kartellbehörde werfe der Tochter Eon-Ruhrgas vor, Transportkapazitäten im Ferngasnetz verknappt zu haben, hiess es in dem Artikel unter Berufung auf Branchenkreisen. Weder Eon noch die EU-Kommission wollten dies gegenüber der Zeitung kommentieren. Einem Händler zufolge ist derzeit schwer abzuschätzen, in welcher Höhe Eon eventuell Konzessionszahlung leisten könnte, damit die Kommission kein formales Verfahren eröffnet.
K+S-Aktien werden ex Bezugsrecht gehandelt. Der Düngemittel- und Salzhersteller gibt in seiner Kapitalerhöhung 26,4 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von je 26,00 Euro aus. Das Bezugsverhältnis liegt bei 6,25. Das Bezugsrecht wurde zuletzt bei 2,34 Euro gehandelt. Zusammen mit dem aktuellen Kurs von 40,53 Euro ergibt sich im Vergleich zum Vortagesschluss auf Xetra ein Plus von 2,76 Prozent.
Aktien des Kranbauers Demag Cranes AG sprangen nach einem positiven Analystenkommentar im MDax um 2,53 Prozent auf 23,11 Euro hoch. DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger hatte die Papiere zuvor in einem Doppelschritt von "Verkaufen" auf "Kaufen" hochgestuft und seine Gewinnschätzungen für das laufende und die kommenden zwei Jahren angehoben./rum/la

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